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news-archiv

606 meldungen aus 73 folgen, seit 2017

jede folge mit ihrem ablauf. tipp auf eine meldung und spring an die stelle, an der wir darüber berichtet haben.

okt 26

10 meldungen ganze folge
  1. Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson. Zu ihren Werken zählen „Eros the Bittersweet“, „Autobiography of Red“ und „Red Doc“, in denen eine schwule Liebesgeschichte um Geryon und Herakles erzählt wird.

  2. In Österreich nehmen Anfeindungen gegen queere Menschen zu. Der Wiener Koordinator Ewald Lochner und die HOSI Wien weisen auf steigende psychische Belastung besonders queerer Kinder und Jugendlicher hin; es gibt mehr Anfragen bei Hilfs-Hotlines.

  3. Die türkische Polizei ging im September mit Razzien in queeren Bars und Clubs mit über 100 Festnahmen gegen queere Menschen vor; LGBT-Websites und Konten wurden gesperrt. Dem offen schwulen Sänger Mabel Matiz drohen wegen eines Musikvideos bis zu drei Jahre Haft.

  4. Ungarn hat nach dem Regierungswechsel das 2021 beschlossene Gesetz, das sogenannte Homopropaganda unter Strafe stellte, weitgehend entschärft: Homosexualität und Transidentität werden nicht mehr genannt. Ministerpräsident Péter Magyar kündigte an, das Adoptionsverbot für Alleinstehende und Unverheiratete aufzuheben.

  5. Ex-Nationalspieler Kevin Behrens räumt ein, seine homophobe Äußerung beim VfL Wolfsburg habe die Vereinssuche erschwert. In Spanien wurde YouTuber Iñaki Angulo angezeigt, weil er Betis-Profi Héctor Bellerín Homosexualität unterstellt hatte. Mario Basler sagte, ein geouteter Spieler hätte keine Überlebenschance.

  6. Ein Berufungsgericht in Sankt Petersburg hat Ende September die Einstufung der „Allianz von Heterosexuellen und LGBT für Gleichberechtigung“ als extremistisch bestätigt. Beteiligten drohen zwei bis sechs, Organisatoren sechs bis zehn Jahre Haft. Die Allianz nennt die Entscheidung absurd und kündigt Rechtsmittel an.

  7. Die FPÖ will Pride, Drag und Transgeschlechtlichkeit aus Österreichs Tourismuswerbung verbannen. Der Tourismusausschuss des Nationalrats vertagte den Antrag; die ÖVP-Tourismus-Staatssekretärin verwies auf eine Studie zu höheren Reiseausgaben queerer Gäste, NEOS und Grüne lehnten ab.

  8. Der Rechtsausschuss des Bundestags beriet am 5. Oktober über die Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes mit geplanter Schlichtungsstelle. Sachverständige halten sie für unzureichend, da das Merkmal geschlechtliche Identität fehle; Linke und Grüne fordern Klarstellungen.

  9. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Angriffen auf die Regenbogenbank im Berliner Tiergarten gegen einen 18-Jährigen, der Ende September zweimal Holzlatten abmontiert haben soll; Bewegungsdaten eines E-Scooters führten auf seine Spur. Die Polizei geht von queerfeindlichen Motiven aus.

  10. Kinderlose sollen ab Januar mehr für die Pflegeversicherung zahlen (Beitrag 4,5 Prozent des Bruttolohns), nachdem das Bundeskabinett die Reform Ende September beschlossen hat. DGB und LSVD+ – Verband Queere Vielfalt kritisieren das, da queere Menschen teils besondere Hürden bei der Familiengründung haben.

sep 26

8 meldungen ganze folge
  1. Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent erhalten. Erwartet werden gestrichene Fördergelder für queere, demokratische und zivilgesellschaftliche Projekte sowie ein rauerer gesellschaftlicher Ton; genannt werden der 100-Tage-Plan der AfD und eine mögliche Koalitionsbereitschaft des BSW.

  2. Beim Berliner CSD am 25. Juli fuhr ein islamistischer Attentäter mit einem Kleintransporter in die Menge an der Siegessäule (ein Todesopfer, mehr als 30 Verletzte). Der am Ort gepflanzte Ginkgobaum und die Regenbogenbank wurden im September zerstört und wiederhergestellt; der Staatsschutz ermittelt.

  3. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat die Rahmenvereinbarung mit dem Lambda-Bundesverband zum Jahresende gekündigt; es geht um 380.000 Euro jährlich. Der Dachorganisation queerer Jugendlicher droht die Schließung. Viele Organisationen schrieben einen Brandbrief.

  4. Dolly Parton ist am 25. August im Alter von 80 Jahren gestorben. Gewürdigt wird ihre Bedeutung für die queere, besonders schwule Fangemeinde, ihre Wertschätzung für Drag-Künstler:innen und ihr Lied „Family“ (1991).

  5. RTL setzt die lesbische Dating-Show „Princess Charming“ vorerst nicht fort; ein Comeback ist nicht ausgeschlossen. Produzentin Yvonne Plume machte das Aus öffentlich. Die Show ist für den Deutschen Fernsehpreis 2026 nominiert; das schwule Pendant „Prince Charming“ ist seit 2022 beendet.

  6. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig plant eine Reform des Abstammungsrechts: Kinder zweier Frauen sollen von Geburt an zwei Elternteile haben, bisher muss die Partnerin adoptieren. Der Bundesrat hat das Ende der Ungleichbehandlung gefordert; eine Liberalisierung der Leihmutterschaft schließt Hubig aus.

  7. Die Grünen in Elmshorn fordern Ampelfiguren in verschiedenen Geschlechterkombinationen; unter dem Instagram-Beitrag des Ortsverbands sammelten sich Hasskommentare. Der Antrag verweist auf steigende queerfeindliche Straftaten. Die ersten gleichgeschlechtlichen Ampelpaare gab es 2015 in Wien.

  8. Grindr zahlt in Großbritannien rund 30 Millionen Euro und beendet damit eine Sammelklage von rund 12.000 Nutzern. Grindr soll HIV-Status, Testdaten, Ethnie und sexuelle Orientierung von Nutzern der Gratisversion (2016–2020) an Werbefirmen weitergegeben haben; der Vergleich ist kein Schuldeingeständnis.

mai 26

8 meldungen ganze folge
  1. Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat im April Segnungsfeiern für homosexuelle Paare empfohlen. Papst Leo XIV. zeigte kein Einverständnis und verwies auf „Fiducia supplicans“; der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr lehnt Segnungen ab, ermutigt aber zu pastoraler Begleitung.

  2. Ministerpräsident Daniel Günther hat pauschal die Schirmherrschaft für die rund 20 CSDs in Schleswig-Holstein übernommen, als Signal angesichts steigender Hasskriminalität. Geplant ist zudem ein Ausbau der Zusammenarbeit mit Verbänden im Rahmen des Aktionsplans „Echte Vielfalt 2.0“.

  3. Eine Polizeikommissarin in NRW änderte ihren Geschlechtseintrag nach dem Selbstbestimmungsgesetz; ihr wird vorgeworfen, das nur zur schnelleren Beförderung getan zu haben. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte vorerst, dass sie während des Disziplinarverfahrens bei Beförderungen nicht berücksichtigt werden durfte.

  4. Im Wiener Bezirk Margareten wurde im Mai ein schwuler Shop (Gay Store mit Gay Gallery) attackiert: Ein Unbekannter warf die Scheiben der Eingangstür mit einer Prosecco-Flasche ein. Der Eigentümer sieht einen gezielt homophoben Anschlag; das Motiv ist offiziell noch nicht bestätigt, die Ermittlungen laufen.

  5. Die bulgarische Sängerin Dara hat mit „Bangaranga“ den 70. Eurovision Song Contest in Wien gewonnen, am 16. Mai mit 516 Punkten. Es ist Bulgariens erster ESC-Sieg; Platz zwei ging an Israel, danach folgten Rumänien, Australien und Italien. 2027 richtet Bulgarien den Wettbewerb aus.

  6. Die Niederlande wollen den CSD Amsterdam zum UNESCO-Weltkulturerbe erklären lassen; es wäre das erste queere Großereignis mit diesem Status. Der Kulturrat empfahl die Nominierung, national gilt der CSD seit 2019 als immaterielles Kulturerbe; die Einreichung ist für 2027 geplant.

  7. Der LSVD+ hat auf seinem 38. Verbandstag in Berlin die Jugendorganisation „LSVD+ Queere Jugend“ gegründet. Sie richtet sich an junge queere Menschen zwischen 14 und 27 Jahren und soll politische Teilhabe und Selbstorganisation stärken.

  8. Die Berliner Beratungsstelle Maneo hat in ihrem Jahresbericht 2025 723 queerfeindliche Angriffe dokumentiert, davon 165 auf Straßen und im ÖPNV. Die Dunkelziffer schätzt Maneo auf bis zu 90 Prozent.

apr 26

8 meldungen ganze folge
  1. New York hat am 13. März ein eigenes Amt für LGBTQ-Angelegenheiten geschaffen, angesiedelt beim Amt für Gerechtigkeit und ethnische Gleichstellung. Es ersetzt das bisher nur beratende Unity-Projekt, hat ein eigenes Budget und kann anderen städtischen Ämtern verbindliche Richtlinien vorgeben. Leiterin wird Taylor Brown.

  2. In 20 US-Bundesstaaten sind Konversionstherapien bei Jugendlichen verboten. Der Supreme Court gab mit acht zu einer Stimme einer evangelikalen Therapeutin aus Colorado recht, die wegen Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit geklagt hatte; untere Instanzen sollen ihre Entscheidungen überprüfen.

  3. Ignacio „Nacho“ Lago vom Zweitligisten Club Atlético Colón aus Santa Fe ist der erste offen schwule Profifußballer Argentiniens; er hatte sich im Mai des Vorjahres in einem Radiosender geoutet. Das Interview ging viral, nachdem er das letzte Tor zum Heimsieg schoss; die Reaktionen waren überwiegend positiv.

  4. Meta hat zahlreiche Konten mit feministischen, queeren oder sexpositiven Angeboten gesperrt, darunter KitKat-Club und Swinger-Club Insomnia in Berlin, ohne konkrete Begründung. Das KitKat-Profil wurde ohne viele Beiträge wiederhergestellt; eine NGO spricht von systematischer Unterdrückung.

  5. Die Landesdirektion Sachsen stuft das Dresdner CSD-Straßenfest nicht mehr als politische Versammlung, sondern als kommerzielle Veranstaltung ein; der gemeinnützige CSD-Verein müsste damit alle Sicherheitskosten selbst tragen. Kritik kommt von SPD, Grünen, Linken und FDP.

  6. Unions-Fraktionschef Jens Spahn bezeichnete in einem Interview mit der Zeit den Begriff „queer“ als politische Ideologie: Er sei schwul, nicht queer, das Wort stehe für Identitätspolitik. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch vertrat im gemeinsamen Interview eine andere Meinung.

  7. Im Senegal ist ein vom Präsidenten unterzeichnetes Gesetz in Kraft getreten, das die Strafe für gleichgeschlechtliche Beziehungen verdoppelt; künftig drohen bis zu zehn Jahre Haft. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk nannte das Gesetz zutiefst besorgniserregend.

  8. Portugals rechtskonservative Koalition will das Selbstbestimmungsrecht für trans Personen abschaffen; das Parlament billigte in erster Lesung Entwürfe, die eine medizinische Diagnose zur Pflicht machen würden. LGBTIQ-Verbände sprechen von einem Rückfall in die Pathologisierung.

mär 26

8 meldungen ganze folge
  1. Der 22-jährige schwule Schauspieler Joe Locke hat bei den Children's and Family Emmys die Auszeichnung für seine Rolle als Charlie Spring in der dritten Staffel von „Heartstopper“ erhalten; Autorin Alice Oseman wurde für das Drehbuch ausgezeichnet. „Heartstopper“ endet im Sommer mit dem Film „Heartstopper Forever“.

  2. GLAAD hat zum 37. Mal seine Media Awards verliehen. „Stranger Things“ wurde beste Dramaserie, „Heated Rivalry“ beste neue Serie; Liza Minnelli erhielt den erstmals vergebenen, nach ihr benannten Storyteller Award. Viele Dankesreden waren von der gesellschaftlichen Lage in den USA geprägt.

  3. Österreich liberalisiert die Regeln zum Geschlechtseintrag weiter: Die Einträge „inter“, „divers“, „offen“ oder ein leerer Eintrag sind nun auch für trans Personen möglich, nicht mehr nur für inter Personen. Ein Gutachten bleibt aber erforderlich. Die Vereine HOSI Linz und United begrüßen die Änderung.

  4. Die AfD Sachsen hat im Landtag beantragt, das Selbstbestimmungsgesetz aufzuheben. Antragsteller Jörg Urban begründet das mit Kinderschutz und nennt das ungarische Homopropaganda-Gesetz als Vorbild. Neuere Studien zeigen, dass 96 Prozent der trans Jugendlichen geschlechtsangleichende Maßnahmen nicht bereuen.

  5. Altbundespräsident Christian Wulff tritt in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel für queere Menschen ein: Die Mehrheit müsse für Minderheiten einstehen. Er warnt vor AfD und rechtskonservativen Kräften, ruft zu Engagement für Demokratie an Schulen auf und nennt die USA als abschreckendes Beispiel.

  6. Gegen den Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser, der mit einem Heiratsantrag beim 1. FC Köln viral ging, besteht der Verdacht, Straftaten vorgetäuscht zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten Mitte Februar sein Zuhause; IT-Forensiker fanden Hinweise auf fingierte Drohungen.

  7. Die ESC-Stars Conchita Wurst und JJ haben Ende Februar ihren gemeinsamen Videopodcast „Bussi Bla Bla“ gestartet. Er erscheint samstags auf YouTube und sonntags ab 20 Uhr auf Radio FM4; Themen sind Popkultur, Queerness und Mode.

  8. Das Bundesinnenministerium hält an einer umstrittenen Verordnung fest, nach der Namens- und Geschlechtseintragsänderungen nach dem Selbstbestimmungsgesetz automatisch gemeldet werden sollen. Im Oktober scheiterte sie im Bundesrat; queere Verbände kritisieren sie als Sonderregister für trans Personen.

feb 26

6 meldungen ganze folge
  1. Das italienische Verfassungsgericht hat entschieden, dass bei gleichgeschlechtlichen Paaren beide Frauen als rechtliche Mütter eines Kindes anerkannt werden müssen, auch wenn nur eine die biologische Mutter ist. LGBTQ-Organisationen und Familienverbände reagierten erleichtert, konservative Kritiker warnten.

  2. Die Zahl der erfassten Ermittlungsverfahren zu Hasskriminalität in Deutschland, viele davon zu Hetze im Internet, ist deutlich gestiegen; viele Verfahren enden aber ohne Anklage oder werden eingestellt. Genannt werden spezialisierte Ermittlungsgruppen, zentrale Meldestellen und Gesetzesänderungen.

  3. Der Berliner Senat will mit dem Förderprogramm „Queeres Leben in den Bezirken“ lokale Träger, Vereine und Initiativen unterstützen, besonders in Stadtteilen mit wenig queerer Infrastruktur.

  4. Der Berliner U-Bahnhof Nollendorfplatz soll einen Namenszusatz erhalten, genannt wird etwa „Regenbogenkiez“.

  5. Der schwule Schiedsrichter Pascal Kaiser machte seinem Freund beim Spiel 1. FC Köln gegen VfL Wolfsburg vor 50.000 Zuschauenden einen Heiratsantrag. Danach wurde er nach eigenen Angaben zweimal angegriffen; ermittelt wird auch wegen Unterschlagungsvorwürfen gegen ihn.

  6. Nach den untersagten Pride-Demonstrationen des Vorjahres sind der Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony und ein Pride-Organisator angeklagt worden. Die Wiener Grünen fordern von EU und österreichischer Bundesregierung Sanktionen bis zum Stimmrechtsentzug; ein entsprechender Antrag wurde vertagt.

jan 26

8 meldungen ganze folge
  1. Ein Pariser Gericht hat am 5. Januar zehn Personen wegen Cybermobbings und transfeindlicher Hetze gegen Brigitte Macron verurteilt; sie hatten verbreitet, sie sei als Mann geboren. Die Strafen reichen von Bewährungsstrafen bis zu sechs Monaten Haft, hinzu kommen 10.000 Euro Schadensersatz.

  2. Rosa von Praunheim ist kurz vor Weihnachten 2025 mit 83 Jahren gestorben, drei Tage nach der Heirat mit seinem langjährigen Lebensgefährten Oliver. Gewürdigt werden sein Werk mit über 150 Filmen, sein Aids-Engagement und seine Rolle für die Schwulen- und Lesbenbewegung, auch von Bundespräsident Steinmeier.

  3. Bei der UN-Generalversammlung wurde ein Passus zur LGBT-Sichtbarkeit in der Novellierung der UN-Behindertenrechtskonvention gestrichen, nach vermutlicher Intervention der USA unter Trump. Die USA stimmten mit islamischen Staaten, China und Russland; fast ganz Europa stimmte für den Passus.

  4. In Minneapolis hat am 7. Januar ein Beamter der Einwanderungsbehörde ICE die US-Bürgerin Renee Nicole Good erschossen; sie hinterlässt eine Ehefrau und drei Kinder. Die Heimatschutzministerin verteidigte den Beamten, Gouverneur Tim Walz und Bürgermeister Jacob Frey widersprachen; es gab Proteste.

  5. Dem von Insolvenz bedrohten queeren Zentrum Bar jeder Sicht in Mainz wurde kurz vor Weihnachten ein Fördermittelbescheid über 69.500 Euro von Familienministerin Katharina Binz übergeben. Die Vereinsvertreterin dankte, forderte aber eine institutionelle Förderung.

  6. Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat mit Beschluss vom 18. Dezember 2025 klargestellt, dass trans und nichtbinäre Menschen nicht gezwungen werden dürfen, sich einem binären Geschlecht zuzuordnen; eine starre Einteilung sei mit Artikel 8 EMRK unvereinbar.

  7. Monate vor dem ESC im Mai in Wien stehen die Teilnehmenden des deutschen Vorentscheids fest, darunter queere Acts: ein nichtbinärer Act mit dem Song „Black Glitter“ und Malu Lovis, die in „When I'm With You“ eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen thematisiert.

  8. Die Stadt Aachen will nach massiver Kritik die Förderung für queeres Leben fortsetzen, mit langfristigen Leistungsvereinbarungen und einem Queerbeauftragten. Zuvor waren 125.000 Euro für queere Projekte im Haushaltsentwurf 2026 gestrichen worden.

dez 25

8 meldungen ganze folge
  1. Der Schauspieler Udo Kier ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Der in Köln Geborene war oft als Bösewicht besetzt, spielte u. a. Frankenstein, Dracula und Hitler und wurde durch „My Own Private Idaho“ zur Ikone queerer Kunst. Sein Privatleben mit Lebenspartner Delbert McBride hielt er bedeckt.

  2. Laut Amnesty International werden queere Menschen in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine verfolgt: Der Aktivist Oleksii Polukhin war über 60 Tage in Cherson inhaftiert, die trans Frau Mileriia Afanasiievska floh nach Deutschland. Das Zentrum Nash Svit dokumentierte 63 Fälle.

  3. Die US-Bundesregierung hat erstmals seit 1988 nichts für den Welt-Aids-Tag ausgegeben und die Kommunikation zu Gedenktagen untersagt; zuvor wurden USAID-Mittel gestrichen. UNAIDS befürchtet bis 2029 rund 4,2 Millionen zusätzliche Tote.

  4. Die AIDS-Hilfen in Österreich blicken auf 40 Jahre Engagement zurück, die ersten Initiativen entstanden 1985. Die Zahl der HIV-Infizierten steigt wieder; sexuelle Gesundheit im Alter rückt in den Fokus.

  5. Nach der Beschwerde eines Elternteils greift die FPÖ ein Englisch-Schulbuch an, u. a. wegen einer Aufgabe über zwei schwule Männer, die ein Baby adoptieren; FPÖ-Familiensprecherin Ricarda Berger spricht von einseitigen Haltungsbotschaften.

  6. Die EU-Innenminister:innen haben sich in Brüssel auf eine Liste sicherer Herkunftsstaaten geeinigt, darunter Ägypten, Marokko, Tunesien und Bangladesch. Menschenrechtsorganisationen befürchten leichtere Abschiebungen queerer Geflüchteter, obwohl der EuGH kurz zuvor anders entschieden hatte.

  7. Die türkische Regierung hat ein geplantes anti-queeres Gesetzespaket nach Protesten vorerst gestoppt und die Passagen gestrichen; vorgesehen waren u. a. Haftstrafen für gleichgeschlechtliche Zeremonien, „Propaganda“ und Behandlungen von trans Personen. Aktivist:innen warnen vor einer sich verschärfenden Stimmung.

  8. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Polen im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anerkennen muss; geklagt hatten zwei polnische Männer, die 2018 in Berlin geheiratet hatten. Das Urteil erhöht den Druck auf Premier Donald Tusk; Rechte und Kirchenvertreter sprechen von einem „Regenbogen-Diktat“.

nov 25

9 meldungen ganze folge
  1. Der 1977 gegründete Berliner Club SchwuZ hat am 1. November seine letzte Party gefeiert; im Juli hatte er Insolvenz angemeldet, Gespräche mit Investor:innen scheiterten. Die Berliner Grünen werfen der Landesregierung vor, queere Kultur ausbluten zu lassen, und fordern dauerhafte Strukturförderung.

  2. Dem queeren Zentrum „Bar jeder Sicht“ in Mainz droht nach 20 Jahren die Schließung; die Küche wurde bereits geschlossen, da das Personal nicht mehr bezahlt werden kann. Gespräche mit Oberbürgermeister Nino Haase über höhere Fördergelder laufen.

  3. 2026 findet in Magdeburg direkt nach der Landtagswahl die Generalversammlung der European Pride Organizers Association (EPOA) mit Delegierten aus 30 Ländern statt. Wegen rechter Mobilisierung gegen den CSD Magdeburg wird die Sicherheit ein Thema sein.

  4. Laut Tagesspiegel setzen sich im Bundesinnenministerium unter Dobrindt mehrere Beamt:innen für ein grundsätzliches Verbot von Logo-Flaggen wie der Regenbogenflagge an Regierungsgebäuden ein. Ein nötiger Kabinettsbeschluss gilt wegen der SPD-Minister:innen als unrealistisch.

  5. Im britischen Staffordshire wurde Ende Oktober ein Denkmal für queere Menschen enthüllt, die im Militär gedient haben; König Charles III. war anwesend und legte einen Kranz nieder. Das Bronzedenkmal steht im National Memorial Arboretum; bis 2000 war queeren Menschen der Dienst in der Armee verboten.

  6. Frankfurt richtet 2028 die EuroGames aus, die größte queere Sportveranstaltung Europas, mit über 4.000 Teilnehmenden in 20 Disziplinen und Kulturprogramm rund um den Römer in Verbindung mit dem CSD. Oberbürgermeister Mike Josef betont die Bedeutung für Vielfalt und Zusammenhalt.

  7. Lady Gaga ist für die Grammy Awards 2026 in sieben Kategorien nominiert, u. a. Album des Jahres („Mayhem“) und Song des Jahres („Abracadabra“). Nur Kendrick Lamar hat mit neun mehr Nominierungen.

  8. Der US Supreme Court hat die Blockade niedrigerer Instanzen gegen Donald Trumps Passpolitik aufgehoben. Reisepässe für trans, inter und nichtbinäre Menschen müssen wieder nach Geburtsgeschlecht ausgestellt werden; die 2021 unter Biden eingeführte Option X entfällt.

  9. Apple hat auf Anordnung der chinesischen Internetbehörde die Dating-Apps Blued und Finka aus dem chinesischen App-Store entfernt; auch auf Android-Geräten sind sie nicht mehr verfügbar. Homosexualität ist in China seit 1997 nicht mehr strafbar.

okt 25

9 meldungen ganze folge
  1. Der Oberste Gerichtshof hat eine Klausel des muki Versicherungsvereins, die Geschlechtsumwandlungen als versicherte Leistung ausschloss, als Diskriminierung von trans, inter und nichtbinären Personen gewertet. VKI-Chefjuristin Petra Leupold begrüßte das Urteil; die Grünen fordern umfassenderen Diskriminierungsschutz.

  2. Die AfD hat im Sozialausschuss der Stadt Merseburg geschlossen gegen die Aufnahme zweier Mitglieder des queeren Vereins BBZ lebensart in das Bündnis Partnerschaft für Demokratie gestimmt und den Verein als Vertreter „kranker Ideologien“ bezeichnet. Kritik kam u. a. von der Koordinierungs- und Fachstelle.

  3. Die Slowakei hat eine Verfassungsänderung beschlossen, die nur männlich und weiblich als „biologisch gegebene“ Geschlechter anerkennt, Adoptionen auf verheiratete Paare beschränkt und Leihmutterschaft verbietet. Regierungschef Robert Fico wollte einen „Schutzwall gegen progressive Politik“.

  4. US-Forschenden ist es per Zellkerntransfer gelungen, eine menschliche Hautzelle in eine Eizelle umzuwandeln. Weniger als 9 Prozent der Versuche ergaben übertragbare Embryonen, die zudem Anomalien zeigten. Perspektivisch könnte das Verfahren gleichgeschlechtlichen Paaren eigene Kinder ermöglichen.

  5. Die schwule Sitcom „Mid-Century Modern“ über drei Freunde in Palm Springs wurde ein halbes Jahr nach der Premiere abgesetzt. Trotz guter Kritiken fehlten Zuschauerzahlen; Darstellerin Linda Lavin starb nach der achten Folge.

  6. Papst Leo hat in seinem ersten großen Interview klargestellt, dass grundlegende Reformen der katholischen Kirche nicht geplant sind, weder beim Umgang mit LGBTQ-Menschen noch beim Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern.

  7. Mit Sarah Mullally wird erstmals eine Frau Erzbischöfin von Canterbury und damit oberste geistliche Autorität der anglikanischen Kirche. Sie gilt als offen, fortschrittlich und queerfreundlich.

  8. Hildesheim darf seine 14 gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen behalten: Das Verwaltungsgericht Hannover wies die Klage eines Bürgers als unzulässig ab.

  9. Der queere Weihnachtsmarkt Pink Christmas im Münchner Glockenbachviertel beendet nach rund 20 Jahren die Zusammenarbeit mit der Münchner Aidshilfe, da man sich inhaltlich auseinanderentwickelt habe. Künftig will er sich stärker auf Jugendprojekte konzentrieren.

sep 25

9 meldungen ganze folge
  1. Nach dem Urteil des britischen Supreme Court vom April 2025 zum biologischen Geschlecht geht die Organisation Sex Matters dagegen vor, dass trans Frauen den Kenwood Ladies' Pond in London nutzen, was seit 2019 mit Zertifikat erlaubt ist. Die Stadt London berät; bis dahin bleibt die inklusive Regel von 2019.

  2. Der Serienschöpfer Graham Linehan („The IT Crowd“, „Father Ted“) wurde am 1. September in London wegen Aufwiegelung zu Hass und Gewalt nach transfeindlichen Tweets vorläufig festgenommen und gegen Kaution freigelassen. J. K. Rowling und Elon Musk reagierten empört.

  3. Vor dem Berliner Landgericht muss sich ein 27-Jähriger verantworten, der mehrere Männer über die Plattform Romeo zu Dates gelockt, mit K.o.-Tropfen betäubt und mit einem Komplizen ausgeraubt haben soll (vier Fälle, über 15.000 Euro). Ihm drohen sieben bis achteinhalb Jahre Haft.

  4. Eine limitierte Käseverpackung der Marke Milram mit diversen Menschen im Comicstil löste auf X einen Shitstorm aus, der laut Milram von rechten Inhalten, Fake-Accounts und Bots verstärkt wurde. Außerhalb von X blieb es ruhig, die Verkäufe brachen nicht ein.

  5. Die russischsprachige Manga-Plattform MangaLIB wurde zu umgerechnet 21.000 Euro pro veröffentlichtem Manga mit queeren Inhalten verurteilt. Bereits zuvor gab es Auflagen; die Zukunft der Plattform ist unklar.

  6. Die Europäische Kommission hat das Medikament Yeytuo mit dem Wirkstoff Lenacapavir zur HIV-PrEP zugelassen; die halbjährliche Spritze ist damit in der EU, Norwegen, Island und Liechtenstein verfügbar. Ob und wann sie in Deutschland verfügbar ist, ist wegen offener Preis- und Erstattungsfragen unklar.

  7. Der Eurovision Song Contest 2026 findet in Wien statt, nach 1967 und 2015 zum dritten Mal. Das Finale ist am 16. Mai; Wien setzte sich gegen Innsbruck durch.

  8. Illinois' Gouverneur J. B. Pritzker hat die Hotline „Illinois Pride Connect“ vorgestellt, die queeren Menschen kostenlose Rechtsberatung bietet. Sie wird aus Landesmitteln und Spenden finanziert.

  9. Nach Ansicht von EuGH-Generalanwalt Richard de la Tour müssen alle EU-Mitgliedstaaten trans Menschen Ausweisdokumente entsprechend ihrer gelebten Geschlechtsidentität ausstellen, ohne eine operative Geschlechtsangleichung zu verlangen. Das Gutachten ist noch kein Urteil.

aug 25

8 meldungen ganze folge
  1. Präsident Trump setzt alle Angehörigen der US-Luftwaffe mit diagnostizierter Geschlechtsinkongruenz außer Dienst; sie erhalten keine Frührente, nur eine einmalige Abfindung. Zudem wertet das Heimatschutzministerium es bei Einreisen negativ, wenn „ein männlicher Sportler gegen Frauen angetreten ist“.

  2. Marine Rosset, vor knapp zwei Monaten zur Chefin des französischen Pfadfinderverbands „Scouts et Guides de France“ gewählt, ist nach massiven homophoben Anfeindungen zurückgetreten. Sie sagt, sie sei zu einem Hassobjekt geworden und wolle nicht, dass der Verband Schaden nimmt.

  3. Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt, dass Herkunftsstaaten nicht als sicher gelten dürfen, wenn dort nicht alle Menschen, auch queere, geschützt werden. Auslöser war Italiens Albanien-Modell; das Urteil betrifft auch die Einstufung sicherer Herkunftsländer in Deutschland.

  4. Laut dem vierten Bericht zur Lage der queeren Community von SoHo und dem SPÖ-Parlamentsklub stiegen Hassverbrechen in Österreich um 20 Prozent, Anzeigen wegen sexueller Orientierung sanken um 29 Prozent. Kritisiert wird fehlende Queersensibilität bei der Polizei; ein nationaler Aktionsplan wird erarbeitet.

  5. Das CDU-geführte Digitalministerium hat klargestellt, dass in allen Bundesministerien künftig nicht mehr gegendert werden soll; maßgeblich seien die Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung, der Sonderzeichen wie Gendersternchen nicht vorsieht.

  6. Die englische Premier League hat nach acht Jahren ihre Kampagne „Rainbow Laces“ eingestellt. Hintergrund sind zunehmende Proteste von Spielern, die aus religiösen Gründen nicht teilnehmen wollten.

  7. Ein Platz am Kölner Schauspielhaus trägt nun offiziell den Namen des 2012 verstorbenen Schauspielers und Komikers Dirk Bach. Zuvor hatte ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Stadtrat und Bezirksvertretung geklärt, wer die Benennung vornehmen darf.

  8. Lady Gaga ist mit zwölf Nominierungen große Favoritin der MTV Video Music Awards am 7. September in New York, u. a. für „Die with a Smile“ mit Bruno Mars, als Künstlerin des Jahres und für ihr Album „Mayhem“. Billie Eilish ist sechsmal nominiert, außerdem Ariana Grande und Charli XCX.

mai 25

9 meldungen ganze folge
  1. Der CSD Schönebeck wurde von Polizei und Ordnungsamt gegen 20 Uhr statt wie geplant um 22 Uhr beendet. Laut Stadt war die politische Versammlung nur bis 18 Uhr angemeldet, danach sei der Veranstalter für die Sicherheit zuständig gewesen. Der CSD Magdeburg e.V. wirft den Behörden Schikane und Bürokratieversagen vor.

  2. Laut der neuen Rainbow Map von ILGA Europe fällt Großbritannien nach dem Urteil zur Definition von „Frau“ auf Platz 22; Deutschland steigt um drei Plätze in die Top 8, Österreich von 20 auf 16. Spitze sind Island, Belgien und Malta, Schlusslichter Russland, Aserbaidschan und die Türkei.

  3. Beim Eurovision Song Contest dürfen Teilnehmende auf der Bühne keine Pride-Flaggen mehr zeigen; erlaubt ist nur die Flagge des vertretenen Landes, bei Verstößen drohen Disqualifikation und Beschlagnahme. Im Publikum bleiben nach Schweizer Recht nicht verbotene Flaggen erlaubt.

  4. Nach sechs Jahren ist die letzte sogenannte LGBT-freie Zone in Polen abgeschafft: Die Kleinstadt Łańcut hat ihren queerfeindlichen Beschluss zurückgezogen.

  5. Wichtige Sponsoren mit amerikanischer Muttergesellschaft beenden ihr Engagement für den Cologne Pride, vor dem Hintergrund des politischen Klimas in den USA, in dem Diversity-Programme unter Druck geraten. Für Köln bedeutet das schrumpfende Budgets.

  6. Trumps Anti-Diversitätspolitik wirkt auch in Deutschland: SAP schwächt seine Gleichstellungsziele ab, und T-Mobile US, eine Tochter der Deutschen Telekom, streicht bereits Gleichstellungsmaßnahmen.

  7. Die gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen in Wien leuchten seit zehn Jahren. Die Stadt installierte sie im Rahmen mehrerer Großveranstaltungen, darunter des Eurovision Song Contest; laut einer Studie gingen Rotlichtverstöße seitdem um über 18 Prozent zurück.

  8. Robert Prevost ist neuer Papst und nennt sich Leo XIV. Er wird als moderat beschrieben, zeigte in der Vergangenheit aber Ablehnung queerer Lebensrealitäten; für viele LGBTI-Katholik:innen bleibt offen, ob die Kirche neue Wege geht.

  9. JJ aus Österreich, ein ausgebildeter Opernsänger, hat den Eurovision Song Contest 2025 mit „Wasted Love“ und 436 Punkten gewonnen. Platz zwei ging an Yuval Raphael aus Israel; Deutschland landete mit Abor & Tynna und „Baller“ mit 151 Punkten auf Platz 15. Österreich siegt damit nach Conchita Wurst zum zweiten Mal.

apr 25

7 meldungen ganze folge
  1. Laut Koalitionsvertrag von Union und SPD soll es zunächst keinen weiteren Queerbeauftragten geben; der Aktionsplan Queer Leben und die Ergänzung von Artikel 3 Grundgesetz fehlen, das Selbstbestimmungsgesetz wird ins Visier genommen. Kritik kommt u. a. von LSVD+ und Bundesverband Trans*.

  2. Die US-Botschaft hat deutschen Unternehmen, die (potenzielle) Geschäftspartner der US-Regierung sind, einen Katalog mit 36 Fragen geschickt. Die Firmen sollen bestätigen, dass ihre Projekte keine DEI-Elemente enthalten; die Botschaft beruft sich auf Trumps Anti-DEI-Dekret.

  3. Elton John und Madonna haben sich nach über 20 Jahren Streit am Rande von Saturday Night Live versöhnt, wo Elton John musikalischer Gast war. Madonna postete ein gemeinsames Foto auf Instagram; Elton John habe um Vergebung gebeten und wolle mit ihr zusammenarbeiten.

  4. Die Vereinten Nationen zeigen sich zutiefst besorgt über das ungarische Pride-Verbot. Laut UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk schränkt das Gesetz Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie die Privatsphäre queerer Menschen diskriminierend ein; kritisiert wird auch der Einsatz von Gesichtserkennung.

  5. Chappell Roan hat mit „The Giver“, gemeinsam mit Dan Nigro geschrieben, eine Country-Single veröffentlicht. Zuvor hatte sie den Song bei Saturday Night Live gespielt.

  6. RTL+ zeigt seit dem 9. April vier neue Folgen der preisgekrönten Doku-Reihe „Sterben für Anfänger“ mit Olivia Jones und Steffen Hallaschka, u. a. zu Bestattungen, Organspenden und einem Tatortreiniger.

  7. Das Weiße Haus unter Donald Trump antwortet nicht auf Anfragen von Journalist:innen, die Pronomen wie „she/her“ in ihrer Signatur führen. Sprecherin Karoline Leavitt begründet das damit, solche Personen seien nicht an der biologischen Realität interessiert.

mär 25

7 meldungen ganze folge
  1. Nach der Bundestagswahl gilt eine Koalition aus Union und SPD als wahrscheinlich, Friedrich Merz soll Kanzler werden. Ob das Selbstbestimmungsgesetz abgeschafft wird, ist offen: Die SPD will es beibehalten, Merz spricht nur von Änderungen.

  2. Die Regierungsbildung in Österreich läuft auf eine Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS hinaus. Das Regierungsprogramm enthält ein umfassendes LGBTI-Paket, u. a. mit Verbot von Konversionstherapien, Aktionsplan gegen Hate Crimes, Reform des Familienrechts und kostenfreier PrEP.

  3. Präsident Trump hat kurz nach Amtsantritt mehrere Kuratoriumsmitglieder des John F. Kennedy Center entlassen und selbst den Vorsitz übernommen. Hamilton-Produzent Jeffrey Seller sagte aus Protest alle Auftritte dort ab; Drag-Shows sind im Center nicht mehr gestattet.

  4. Die US-Luftwaffe hat trans Mitarbeitende aufgefordert, den Dienst bis zum 26. März freiwillig zu verlassen, und bietet doppelte Abfindung. Grundlage ist eine Militärrichtlinie nach einem Trump-Dekret, wonach Geschlechtsdysphorie mit dem Dienst unvereinbar sei; betroffen sind geschätzt über 15.000 trans Soldat:innen.

  5. Auf der Aktionärsversammlung von Apple wurde ein Vorstoß eines konservativen Think Tanks gegen Diversitäts- und Inklusionsprogramme abgelehnt. Apple behält seine Programme bei, CEO Tim Cook stellte sich vor queere Angestellte. Google und Meta hatten ihre Programme eingestellt, Delta Airlines und Costco setzen sie fort.

  6. Laut ungarischer Regierung darf die Pride in Budapest nicht mehr als Straßendemonstration stattfinden; Minister Gergely Gulyás beruft sich auf Kinderschutz. Die Organisator:innen halten daran fest und werden vom Budapester Bürgermeister unterstützt.

  7. Bei der 97. Oscarverleihung erhielt „Anora“ fünf Auszeichnungen, u. a. als bester Film; „Emilia Pérez“ gewann zwei Oscars (Nebendarstellerin Zoë Saldaña, Originalsong). Paul Tazewell wurde für die Kostüme in „Wicked“ geehrt, „Konklave“ gewann für das beste adaptierte Drehbuch.

jan 25

5 meldungen ganze folge
  1. Das slowenische Verfassungsgericht hat das Verbot künstlicher Befruchtung für queere Paare als diskriminierend und verfassungswidrig aufgehoben; auch alleinstehende Frauen profitieren. Das Parlament hat ein Jahr Zeit für Gesetzesänderungen, die Regierung sagte schnelle Umsetzung zu.

  2. Nach dem Scheitern der ÖVP-Gespräche mit SPÖ, Grünen und NEOS hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Regierungsbildungsauftrag an die rechtsextreme FPÖ unter Herbert Kickl gegeben. Die ÖVP erklärte nach dem Rückzug von Karl Nehammer ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

  3. CDU und CSU fordern in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl die Abschaffung des Selbstbestimmungsgesetzes und ein bundesweites Genderverbot an Schulen, Universitäten, im Rundfunk und in der Verwaltung. Queerbeauftragter Sven Lehmann wirft der Union Populismus vor; auch der LSVD⁺ schlägt Alarm.

  4. RTL-Soapstar Lars Steinhöfel ist mit dem 24-jährigen Lukas Küchen zusammen, der 2023 zum Mister Gay gewählt wurde. Die beiden lernten sich im Urlaub auf Bali kennen und reisen nun gemeinsam durch Bangkok. Küchens Mister-Gay-Sieg war von Vorwürfen frauen- und queerfeindlicher Äußerungen begleitet.

  5. Disney und Pixar haben aus der Serie „Win or Lose“ über eine Softballmannschaft einer Mittelschule eine vorgesehene Trans-Storyline entfernt. Disney begründet das damit, dass Eltern bestimmte Themen lieber selbst mit ihren Kindern besprechen wollten. Die Serie startet dieses Jahr in Deutschland.

dez 24

6 meldungen ganze folge
  1. Die Kölner Stadtverwaltung will im Haushaltsentwurf beim queeren Jugendzentrum anyway 191.000 Euro einsparen; die Jugendberatungsstelle und die Fachberatung für Jugendeinrichtungen sollen wegfallen. Vorstand Jürgen Piger warnt, im schlimmsten Fall drohe die Schließung des Standorts in Ehrenfeld.

  2. Spaniens PSOE will in einem Strategiepapier den Frauensport auf Menschen mit weiblichem biologischem Geschlecht beschränken und den Aktionsplan auf „LGBT“ statt „LGBTQ+“ ausrichten. Kritik kommt von Ex-Gleichstellungsministerin Irene Montero.

  3. Die Vereinten Nationen kritisieren das Fehlen eines umfassenden Selbstbestimmungsgesetzes in Österreich. Inter- und nichtbinäre Menschen würden weiter diskriminiert; laut VIMÖ gibt es jährlich etwa 1.000 kosmetische Eingriffe an intergeschlechtlichen Minderjährigen ohne Einwilligung.

  4. Die Grünen sind aus den Sondierungsgesprächen zur Regierungsbildung in Österreich ausgeschieden; es deutet sich eine Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos an.

  5. In der Premier League weigerte sich Ipswich-Kapitän Sam Morsy unter Verweis auf seinen Glauben, bei der Kampagne Rainbow Laces die Regenbogenbinde zu tragen. Crystal-Palace-Kapitän Marc Guéhi schrieb „Ich liebe Jesus“ auf die Binde; der Verband prüft das. Tottenham Hotspur entschuldigte sich für homophobe Fangesänge.

  6. Elton John hat bei der Premiere von „The Devil Wears Prada – The Musical“ mitgeteilt, nach einer Augeninfektion sein Augenlicht vollständig verloren zu haben. Er dankte seinem Ehemann David Furnish; die Premiere unterstützte die Elton John AIDS Foundation.

nov 24

7 meldungen ganze folge
  1. Bei Volksentscheiden am Tag der US-Wahl stimmten in Kalifornien, Colorado und Hawaii 51 bis 64 Prozent für die Aufhebung des Verbots gleichgeschlechtlicher Ehen. Der kalifornische Entscheid (Proposition 3) macht den Volksentscheid von 2008 rückgängig; Colorado lag mit 64 Prozent vorn.

  2. In Wien entsteht in einem neuen Gemeindehaus mit 45 Wohnungen eine Wohngemeinschaft für sechs queere Senioren, ein Projekt der Stadt. Die FPÖ kritisiert das Vorhaben mit Verweis auf gestiegene Mieten.

  3. Der Kölner Kunstverein zeigt eine Ausstellung über den Schauspieler Udo Kier, der gerade 80 Jahre alt geworden ist. Sie zeichnet seinen Werdegang nach (Kaufmannslehre, Entdeckung in London, über 150 Filmeinträge, „My Own Private Idaho“) und läuft bis 18. Dezember.

  4. Nach dem Bruch der Ampel-Koalition fordert der LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt, queerpolitische Vorhaben wie die Reform des Abstammungsrechts und die Ergänzung von Art. 3 Abs. 3 GG um sexuelle Identität noch zu berücksichtigen. Die Linke Queer sieht kaum etwas von der queerpolitischen Agenda übrig.

  5. Bei der Nationalratswahl im September wurde die FPÖ mit 28,8 Prozent stärkste Kraft vor der ÖVP. Es zeichnet sich eine Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos ab; eine Regierung mit der FPÖ, die den „Regenbogenkult“ abschaffen will, ist nicht ausgeschlossen, doch verweigern bisher alle anderen Parteien die Koalition.

  6. Die Aids-Hilfen in Nordrhein-Westfalen protestierten vom 12. bis 14. November gegen geplante Kürzungen der Landesregierung um 1,6 Millionen Euro. Die Aids-Hilfe Dortmund rechnet mit rund 500 Beratungen weniger im Monat; in Düsseldorf demonstrierten rund 32.000 Menschen unter dem Motto „NRW bleibt sozial“.

  7. Der offen schwule Neubrandenburger Oberbürgermeister Silvio Witt hat seinen Rücktritt zum 1. Mai 2025 angekündigt. Hintergrund ist ein angenommener Antrag zur Entfernung der Regenbogenflagge vom Bahnhofsvorplatz; Witt vermisste Rückhalt der demokratischen Parteien.

mai 24

7 meldungen ganze folge
  1. Die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche in Charlotte hat mit 93 Prozent beschlossen, dass queere Menschen kirchliche Ämter bekleiden dürfen und gleichgeschlechtliche Paare kirchlich heiraten dürfen. Kirchen in anderen Weltregionen dürfen das nach lokalen Traditionen handhaben.

  2. Laut der Studie „Where We Are on TV“ sind in den Primetime-Serien der fünf größten US-Sender nur 39 von 454 Figuren queer (8,6 Prozent, zwei Punkte weniger als im Vorjahr, niedrigster Wert seit 2017/2018). Als Gründe gelten abgesetzte Serien und der Streik der Autor:innen und Schauspieler:innen.

  3. Die Biden-Regierung will das Diskriminierungsverbot nach Title IX so konkretisieren, dass trans Menschen an Schulen und Universitäten ausdrücklich eingeschlossen sind. Texas, Louisiana, Mississippi, Montana und Idaho klagten dagegen; Oklahoma und Florida kündigten an, die Regel nicht umzusetzen.

  4. Der oberösterreichische FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner hat in einer Bierzeltrede auf dem Linzer Urfahraner Markt mit Blick auf die SPÖ populistisch über trans Menschen hergezogen.

  5. Laut einer Umfrage des Trevor Project unter 18.663 queeren Jugendlichen in den USA unternahmen 12 Prozent in den letzten zwölf Monaten einen Suizidversuch; 90 Prozent der 13- bis 24-Jährigen sehen ihr Wohlbefinden durch die aktuelle Politik beeinträchtigt. Trans und nichtbinäre Jugendliche sind stärker betroffen.

  6. Zum Start der CSD-Saison meldet die Polizei Sachsen-Anhalt einen Anstieg queerfeindlicher Angriffe um über 100 Prozent. Beamt:innen werden queersensibler geschult, die Einsatzplanung für CSDs wird angepasst, so Grit Merker, LGBTI-Ansprechperson der Landespolizei.

  7. Das Theater Magdeburg hat beim Festival Radikal jung in München den Publikumspreis gewonnen, für die Inszenierung von „Blutbuch“ nach dem mit dem Deutschen Buchpreis 2022 ausgezeichneten Roman. Regie führte Jan Friedrich; weitere Aufführungen gibt es am 15. Mai und 2. Juni.

apr 24

6 meldungen ganze folge
  1. Der Bundestag hat am 12. April das Selbstbestimmungsgesetz auf den Weg gebracht, das das Transsexuellengesetz von 1981 ablöst. Ab November genügt eine Erklärung vor dem Standesamt (Anmeldung drei Monate vorher, einjährige Sperrfrist). CDU, CSU, AfD und Sahra Wagenknecht lehnten das Gesetz ab.

  2. Eine Brücke in Bonn nahe dem Hauptbahnhof (B 56) wurde nach dem 2016 verstorbenen FDP-Politiker Guido Westerwelle benannt; die Oberbürgermeisterin betonte seine Verbindung zu Bonn. Der Name einer historischen Frau, Victoria, Ehefrau Friedrichs III., musste dafür weichen.

  3. In Oberösterreich wurde ein Chefinspektor der Polizei nach wiederholten menschen- und homosexuellenfeindlichen Aussagen und drei Abmahnungen zu einer Geldstrafe von 8.000 Euro plus 500 Euro Verfahrenskosten verurteilt.

  4. Die WTA Finals der Frauen finden in den nächsten drei Jahren in Saudi-Arabien statt; die WTA versichert, queere Menschen und gleichgeschlechtliche Paare seien willkommen. Martina Navratilova und Chris Evert kritisierten das; das Preisgeld stieg um 70 Prozent.

  5. Die Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Maren Kroymann hat das Bundesverdienstkreuz erhalten; Claudia Roth würdigte sie als Vorbild. Kroymann hatte sich 1993 im Stern öffentlich geoutet und bekam danach kaum noch Rollenangebote.

  6. Die fünfte und letzte Staffel von „Star Trek: Discovery“ ist gestartet. Anlass für einen Rückblick auf queere Figuren im Franchise, etwa den ersten lesbischen Kuss 1995 in Deep Space Nine, Sulu und die Figuren in Discovery.

mär 24

6 meldungen ganze folge
  1. In Halle ist am 6. März das Projekt Queer Refugee Space gestartet: Queere Menschen mit Migrationserfahrung können sich jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat treffen, vernetzen, kochen und sich zum Asylprozess austauschen. Träger sind BBZ Lebensart e. V. und Jugendnetzwerk Lambda Mitteldeutschland.

  2. Ein Mitarbeiter von Qatar Airways mit britischer und mexikanischer Staatsbürgerschaft wurde Anfang Februar nach einem Treffen-Angebot über ein gefälschtes Grindr-Profil in Doha festgenommen. Laut seiner Familie wurden ihm Rechtsbeistand und HIV-Medikation verweigert.

  3. Der Schauspieler Jannik Schümann („Die Diplomatin“, Tatort, „Sisi“) hat von seinem Freund per Tattoo auf dem Oberschenkel („How about you and me forever?“) einen Heiratsantrag bekommen; das Kreuz bei „Fuck yeah“ stach Schümann selbst. Er ist nun verlobt.

  4. Die European Gay and Lesbian Sport Federation hat die EuroGames 2024 offiziell an Wien vergeben; Wien setzte sich gegen Birmingham als einzigen Mitbewerber durch. Die EuroGames finden seit 1992 meist jährlich statt.

  5. Die Anmeldung für die EuroGames 2024 in Wien läuft: 35 Sportarten, bis zu 4.000 Teilnehmende, 17. bis 20. Juli, EuroGames Village am Karlsplatz. Neu sind unter anderem Bowling und Minigolf; Martial Arts und Roller Derby richten sich explizit an FLINTA-Personen. Zuschauen ist kostenlos, Helfende werden gesucht.

  6. Isaak (Isaak Guderian) gewann den deutschen Vorentscheid unter anderem gegen Max Mutzke, Ryk und Marie Reim und vertritt Deutschland beim 68. Eurovision Song Contest in Malmö. Der Anteil queerer Teilnehmender ist so hoch wie nie, darunter Nemo (Schweiz), Bambie Thug (Irland) und Olly Alexander (UK).

feb 24

6 meldungen ganze folge
  1. Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer hat gefordert, Hormonpräparate nicht mehr an Menschen unter 18 auszugeben. Der Verein TransX widerspricht mit Verweis auf geltende Behandlungsrichtlinien.

  2. Der Schüler Dario aus Unna muss auf eine Klassenfahrt nach Wien verzichten, weil die Schule ihm die Unterbringung bei seinen Freundinnen verweigert und nur ein Einzelzimmer anbietet.

  3. In Osnabrück gab es im Karneval ein offen queeres Motto und das erste schwule Prinzenpaar der Stadtgeschichte. Auch Braunschweig zeigte sich im Karneval betont queer, mit dem Motto „Er, sie, es, divers und frei“.

  4. Gabriel Attal ist als Nachfolger von Elisabeth Borne zum Premierminister Frankreichs ernannt worden, als erster offen schwuler und jüngster Premier des Landes. Er gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat 2027.

  5. Bundesjustizminister Marco Buschmann hat eine Familienrechtsreform angekündigt, unter anderem mit Gleichstellung lesbischer Mütter ohne Stiefkindadoption. Familienministerin Lisa Paus begrüßt dies, der LSVD-Bundesverband vermisst Regelungen zu trans, inter und nichtbinärer Elternschaft.

  6. Eine leitende Storykünstlerin von Pixars „Luca“ und Regisseurin des Kurzfilms „Ciao Alberto“ hat auf Instagram Skizzen veröffentlicht, die Luca und Alberto romantisch zeigen; sie sind als unautorisierte Fanart gekennzeichnet. „Luca“ kommt im März erstmals in deutsche Kinos.

dezember 2023

6 meldungen ganze folge
  1. Ein heute 22-Jähriger, der am 10. Juli 2022 am Rande des CSD Bamberg drei Teilnehmende nach Beleidigungen angegriffen und verletzt hatte, wurde vom Amtsgericht Haßfurt zu 18 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Der Täter war bereits wegen Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung, Betrug und Wucher bekannt.

  2. Das Oberste Gericht Russlands hat auf Klage des Innenministeriums die internationale LGBT-Bewegung als extremistisch eingestuft und ihre Aktivitäten verboten; der Beschluss gilt laut russischen Medien sofort. Organisatoren drohen bis zu zehn, Teilnehmenden bis zu sechs Jahre Haft.

  3. Die meisten österreichischen Bundesparteien haben zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember angekündigt, die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) kostenlos zu machen und Test- und Beratungsangebote auszubauen. Bisher kostet die PrEP ca. 50 Euro im Monat plus selbst bezahlte Untersuchungen.

  4. Die Deutsche Aids-Gesellschaft und weitere Verbände schlagen wegen Lieferschwierigkeiten bei Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil Alarm; Besserung wird erst im Januar erwartet. Sie warnen vor steigenden HIV-Neuinfektionen und Auswirkungen auf die HIV-Therapie und sehen die Politik in der Pflicht.

  5. Der 21-jährige TikToker Marco Strecker hat sich kurz nach Start der aktuellen Staffel von Promi Big Brother im Gespräch mit den queeren Mitbewohner*innen Manuela Wisbeck und Matthias Mangiapane als schwul geoutet. Er hatte große Angst vor den Reaktionen seiner 4,5 Millionen Follower, erhielt im Haus aber Bestärkung.

  6. Entertainer Riccardo Simonetti hat sich mit seinem Partner Steve verlobt; die beiden lernten sich 2020 im Fitnessstudio kennen. Zum Verlobungspost gratulierten unter anderem Jannik Schümann, Jochen Schropp und Bill Kaulitz. Ein Hochzeitsdatum ist noch nicht bekannt.

november 2023

6 meldungen ganze folge
  1. Indiens höchstes Gericht hat die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare abgelehnt und auf die Zuständigkeit des Parlaments verwiesen. Das Gericht betonte zugleich, LGBTQ-Personen dürften keine rechtliche Diskriminierung erfahren.

  2. Der Bayerische Jugendring fordert einen regelmäßigen Empfang zu queeren Themen mit der Staatsregierung. Weitere Forderungen sind die Ergänzung des Antidiskriminierungsartikels der Landesverfassung um sexuelle und geschlechtliche Identität und eine Koordinierungsstelle queerer Jugendarbeit.

  3. Der Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern in Bayern konkretisiert queerpolitische Themen kaum; der LSVD Bayern fordert unter anderem mehr Sensibilisierung an Schulen und bei der Polizei. Beide Regierungsparteien lehnen laut Vertrag ein Selbstbestimmungsgesetz explizit ab.

  4. In Österreich sollen Menschen entschädigt werden, die nach homofeindlichen Sondergesetzen (bis 2002, Totalverbot bis 1971) verurteilt wurden: 3.000 Euro pro Verurteilung, 1.500 Euro je angefangenem Haftjahr, 500 Euro für Verfahren ohne Verurteilung. HOSI Wien und Rechtskomitee Lambda stellen weitere Forderungen.

  5. Die von Papst Franziskus einberufene Weltsynode bezeichnet in ihrer Erklärung Fragen zu Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung lediglich als umstritten. Erstmals waren 54 Frauen beteiligt.

  6. Elon Musk hat die Bezeichnung „cis“ auf X als Diskriminierung bezeichnet. Der Begriff beschreibt wertneutral die Abgrenzung zu trans.

april 2023

5 meldungen ganze folge
  1. In Münster wurde der 20-jährige Nouradi A. wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt. Beim CSD im August des Vorjahres hatte er Teilnehmende beleidigt und den eingreifenden trans Mann Malte C. geschlagen, der an einem Schädel-Hirn-Trauma starb. Der Angeklagte gestand.

  2. Peter Urban kommentiert 2023 zum 25. und letzten Mal den Eurovision Song Contest. Der NDR zeigt am 12. Mai um 20:15 Uhr ein 90-minütiges Porträt, am Folgeabend ist das Finale in Großbritannien. Für Deutschland tritt die Hamburger Band Lord of the Lost an.

  3. Für den ORF übernehmen Jan Böhmermann und Olli Schulz die ESC-Berichterstattung, die beiden moderieren seit 2016 den Podcast „Fest & Flauschig“. Zu hören ist sie auf FM4 und in der ORF-Mediathek.

  4. Die österreichische Botschaft in Teheran wickelt Visa-Anträge über den Dienstleister VFS Global mit iranischen Angestellten ab. Die Eltern eines in Österreich verheirateten schwulen Arztes wurden gezielt zu dessen Homosexualität befragt, der damit im Iran als geoutet gilt. Das Außenministerium weist Vorwürfe zurück.

  5. Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics verschärft die Testosteron-Regel für Athletinnen mit Störung der Geschlechtsentwicklung: 24 Monate lang unter 2,5 nmol/l, nun für die gesamte Leichtathletik. Trans Athletinnen, die eine männliche Pubertät durchlaufen haben, werden von Frauenwettbewerben ausgeschlossen.

märz 23

6 meldungen ganze folge
  1. Ein oberbergischer Karnevalsverein hat seinen 19-jährigen, offen schwulen Präsidenten abgewählt, nachdem dieser sich in einem Pup-Play-Outfit mit Vereinsbezug auf Social Media gezeigt hatte. Dem Verein wird Homophobie vorgeworfen; er nennt andere Gründe wie nicht eingehaltene Absprachen und schlechte Vorbereitung.

  2. Nicolas Puschmann, der erste „Prince Charming“, hatte nach einer Auseinandersetzung mit einem Security-Mitarbeiter auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt eine homophobe Attacke behauptet. Beim Gerichtstermin ergaben Zeugenaussagen, dass er stark alkoholisiert und aggressiv war und der Angriff von ihm ausging.

  3. Der 28-jährige schwule Idris A., der seit 2018 in den Niederlanden lebte, wurde nach der Beerdigung seines Vaters in Tschetschenien festgenommen; als Grund wurde Betrug angegeben. Es wird befürchtet, dass er in Lebensgefahr ist; er war bereits 2018 festgenommen und gefoltert worden.

  4. Im US-Bundesstaat Tennessee wurde laut ggg.at ein Gesetz verabschiedet, das Auftritte von Dragqueens vor Kindern, etwa in Schulen und Bibliotheken, mit bis zu sechs Jahren Haft und bis zu 3.000 US-Dollar Geldstrafe bedroht; auch Veranstalter können belangt werden.

  5. Dominik Nepp, Obmann der FPÖ Wien, kritisiert die Lese- und Performance-Reihe „Drag Storytime“ für Kinder und spricht von Indoktrination. Die SPÖ mit Mario Lindner widerspricht; bei der letzten Wiener Pride wurde der Eingang einer Bücherei für eine Dragqueen-Lesung zugemauert, die Lesung fand unter Polizeischutz statt.

  6. Das Verwaltungsgericht Wien hat einer klagenden Person recht gegeben, die auch ohne medizinisches Gutachten den Geschlechtseintrag „nicht binär“ führen darf. Damit könnte der Gutachtenzwang in Österreich fallen; das Urteil ist nicht rechtskräftig, eine Revision wird erwartet.

november 22

7 meldungen ganze folge
  1. Katars WM-Botschafter und Ex-Nationalspieler Khalid Salman bezeichnete in der ZDF-Dokumentation „Geheimsache Katar“ Schwulsein als „haram“ und „geistigen Schaden“; das Interview wurde vom Pressesprecher des Organisationskomitees abgebrochen.

  2. Polens Oberstes Verwaltungsgericht hat nach fünfjähriger Klage eines in Portugal verheirateten schwulen Blogger-Paares erklärt, die gleichgeschlechtliche Ehe widerspreche nicht der Verfassung. Andere Gesetze stehen der Eheöffnung weiter entgegen; die Linke hat einen Gesetzentwurf erstellt.

  3. Lula hat mit 50,9 Prozent die Präsidentschaftswahl in Brasilien gegen den Amtsinhaber Bolsonaro gewonnen. Die LSBTI-Community atmet auf, auch mit Blick auf Bolsonaros homofeindliche Äußerungen und Maßnahmen.

  4. Vor dem queeren Jugendclub Q*ube (Träger Outreach) in Berlin-Neukölln haben drei Männer mit Beschimpfungen und der Drohung gedroht, der Club brenne spätestens zu Silvester. Der Club erstattete Anzeige, machte den Vorfall öffentlich und bittet um Unterstützung.

  5. Der Innenausschuss des österreichischen Nationalrats hat Innenminister Karner aufgefordert, einen Runden Tisch zu Gewalt gegen sexuelle Minderheiten einzuberufen; die SPÖ fordert einen nationalen Aktionsplan gegen Hass. Im Melderegister soll es künftig alternative Geschlechtseinträge geben.

  6. Der WorldPride 2025 findet in Washington D.C. statt; ursprünglich sollte er in Kaohsiung (Taiwan) stattfinden, die lokalen Veranstalter sagten jedoch nach Streit mit InterPride um den Namen („World Pride Taiwan“ statt „Kaohsiung“) ab. Der WorldPride 2026 findet in Amsterdam statt, das sich gegen Orlando durchsetzte.

  7. Bei einer Online-Umfrage zum Motto des Kölner CSD sprach sich eine große Mehrheit für die Beibehaltung des bisherigen Mottos „Für Menschenrechte – Viele. Gemeinsam. Stark.“ aus; Platz zwei belegte „Wir sagen Halt gegen Hass und Gewalt“. Das letzte Wort haben die Mitglieder des Kölner Lesben- und Schwulentag e. V.

mai 22

6 meldungen ganze folge
  1. Der Wiener Finanzstadtrat hat dem Bürgerfernsehsender Okto ohne Vorwarnung die jährliche Förderung von 750.000 Euro gestrichen, um das Geld in Projekte abseits des linearen Fernsehens zu stecken. Okto steht vor dem Aus, 17 Vollzeit-Mitarbeitende sind betroffen; der Sender ist auch Sprachrohr für queere Projekte.

  2. Grit Merker, LGBT-Ansprechperson der Polizei Sachsen-Anhalt, bietet Aus- und Weiterbildungen an, um Polizist*innen im Umgang mit queeren Menschen zu sensibilisieren. Laut Innenministerium wurden im vergangenen Jahr nur zehn, im Jahr davor zwei Straftaten mit queerem Bezug erfasst; die Dunkelziffer sei deutlich höher.

  3. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat am 19. April 2022 die Berufung der Deutschen Bahn gegen ein Urteil zur geschlechtsneutralen Ansprache bei der Online-Ticketbestellung abgewiesen. Die Bahn soll binnen eines halben Jahres umstellen, sonst drohen bis zu 250.000 Euro; das Urteil ist nicht rechtskräftig.

  4. Ein Gericht in Russland hat die LGBT-Stiftung Sfera aufgelöst, die als wichtigste LGBT-Organisation des Landes gilt. Das Moskauer Community-Zentrum für LGBT+-Initiativen, Sfera-Gründer Igor Kotschetkow und die Organisation Wychod wurden als „ausländische Agenten“ eingestuft.

  5. Das Supreme-Court-Urteil von 1973 zum Recht auf Abtreibung steht auf der Kippe, nachdem Trump die Mehrheit am Gericht zu den Konservativen verschoben hat; ein Urteil wird in den nächsten zwei Monaten erwartet. LGBT-Organisationen befürchten, dass auch die Ehe für alle gefährdet sein könnte.

  6. Das Parlament von San Marino hat Paolo Rondelli am 1. April zu einem der beiden Capitani Reggenti gewählt. Er ist damit das erste offen schwule Staatsoberhaupt der Welt; Arcigay lobte die Wahl. 2004 war Homosexualität in San Marino noch strafbar, 2016 wurden gleichgeschlechtliche Paare anerkannt.

april 22

7 meldungen ganze folge
  1. Anbid Zaman erhält den Rosa-Courage-Preis des Osnabrücker Vereins Gay in May, erstmals an eine genderfluide Person. Zaman engagiert sich seit dem 16. Lebensjahr für Menschenrechte, entkam in Bangladesch knapp einem queerfeindlichen Attentat und ist ehrenamtlich im Vorstand des Kölner Vereins Rubicon.

  2. Der katarische Sicherheitsverantwortliche der Fußball-WM, Generalmajor Al Ansari, sagte gegenüber AP, Regenbogenfahnen könnten Fans abgenommen werden, angeblich zu deren Schutz; LGBTQIA+-Personen sollten ihre Ansichten nicht öffentlich zeigen.

  3. Österreichs Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) will die Unterstützung queerer Menschen im Sport fördern. Die EuroGames 2024 in Wien könnten dabei eine wichtige Rolle spielen, wichtig sei ein Antidiskriminierungsgebot im Sport.

  4. Die SPÖ will Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und Alter in allen Lebensbereichen verbieten. Bisher ist es in Österreich legal, homosexuelle Gäste abzulehnen. Die Ausweitung scheitert bislang an der ÖVP, offiziell auf Wunsch der Wirtschaft.

  5. Floridas Gouverneur hat das „Don't Say Gay“-Gesetz unterzeichnet, das Unterricht über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität an Grundschulen verbietet; Lehrkräfte dürften laut Republikanern auf spontane Fragen antworten. Ähnliche Entwürfe werden in Georgia, Tennessee, Indiana und Oklahoma verhandelt.

  6. Laut Charlotte Observer hat ein Paar aus North Carolina den Hund Fezco adoptiert, der von seinen Vorbesitzern ins Tierheim gegeben worden sein soll, weil er einen anderen Rüden bestiegen habe. Der Hund heißt nun Oscar.

  7. Die Queen hatte in ihrer Thronrede ein Verbot von Konversionstherapien angekündigt, Premierminister Boris Johnson wollte die Gesetzgebung zunächst nicht fortsetzen. Nach einer Nachricht der Abgeordneten Dehenna Davison änderte sich das; das Verbot soll nur für sexuelle Orientierung gelten.

märz 22

6 meldungen ganze folge
  1. Angesichts des Kriegs in der Ukraine will der Verein Quarteera LGBTQ+-Menschen helfen, die das Land verlassen, und Plakate an Ankunftsorten von Geflüchteten anbringen. Der LSVD weist auf die besondere Gefährdung queerer Menschen hin; zahlreiche Organisationen schlossen sich zum Bündnis Queere Nothilfe Ukraine zusammen.

  2. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Transmann, der ein Kind geboren hat, in der Geburtsurkunde weder als Vater noch mit seinem anerkannten Namen eingetragen werden darf. Auch der hilfsweise beantragte geschlechtsneutrale Eintrag „Eltern“ wurde abgelehnt, begründet mit dem Transsexuellengesetz.

  3. Zwei Männern Anfang 20 und einer gleichaltrigen Frau wird vorgeworfen, gegen drei Uhr morgens einen 30-jährigen Kölner homophob beleidigt, ihn nach einem zugeworfenen Handkuss verfolgt und auf den gestürzten Mann eingetreten zu haben. Laut Polizeibericht raubten sie seine regenbogenfarbene Jacke.

  4. Die Aidshilfe Köln und das Centrum Schwule Geschichte beantragen laut Kölner Stadt-Anzeiger, einen namenlosen Platzteil nahe dem Schauspielhaus nach Dirk Bach zu benennen. Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit lehnt dies ab, da der Offenbachplatz nach Jacques Offenbach benannt ist.

  5. Beatrix von Storch (AfD) hat in der Bundestagsdebatte zum Internationalen Frauentag die Grünen-Abgeordnete Tessa Ganserer mit Deadname als Mann bezeichnet und ihren Einzug über die Frauenquote „rechtswidrig“ genannt. Ganserer erhielt parteiübergreifend Solidarität.

  6. Österreichs Justizministerin Alma Zadić (Grüne) hat erstmals einen möglichen Zeitpunkt für das Verbot von Konversionstherapien genannt: Bis zum Sommer könnte es eine Lösung geben, offen ist die genaue Definition. Der Nationalrat hatte ein Verbot bereits im Juli 2019 beschlossen.

januar 22

7 meldungen ganze folge
  1. Die European Gay and Lesbian Sport Federation hat Wien als Austragungsort der Eurogames 2024 bekannt gegeben; Wien setzte sich gegen Birmingham als einzigen weiteren Bewerber durch. Die nächsten Ausrichter sind 2022 Nijmegen und 2023 Bern.

  2. Die Stadt Wien fördert 2022 und 2023 queere Projekte zusätzlich mit 100.000 Euro. Vereine, Institutionen und Initiativen können im Schnitt 8.000 bis 20.000 Euro erhalten, Schwerpunkt sind Beratungs- und Begleitungsangebote. Die Förderung ist ein Koalitionspunkt von SPÖ und NEOS.

  3. Das Amtsgericht Recklinghausen hat einem 60-jährigen Nachbarn ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro angedroht, falls er den Deadname einer trans Frau verwendet. Er hatte sich mit Sprüchen über sie lustig gemacht.

  4. April Ashley, 1960 das erste bekannte trans Model in der Vogue, ist gestorben. Ihre 1962 geschlossene und später annullierte Ehe mit Arthur Corbett wurde zum Präzedenzfall; 2005 erhielt sie eine neue Geburtsurkunde, 2012 den MBE.

  5. Germany's Next Topmodel startet am 3. Februar laut Heidi Klum mit einem so diversen Cast wie nie: Teilnehmerinnen unterschiedlicher Körpergröße, Figur und Alter, die Jüngste ist 18, die Älteste knapp 50 Jahre älter. ProSieben betont, das Ziel der Show bleibe unverändert.

  6. Die Bundesregierung hat den Grünen-Politiker Sven Lehmann zum ersten Beauftragten für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ernannt; das Amt wurde von der Ampelkoalition neu geschaffen. Lehmann ist für den Nationalen Aktionsplan zuständig.

  7. Laut einer im Fachmagazin BMJ veröffentlichten Studie hat das Musikvideo „1-800-273-8255“ des Rappers Logic, benannt nach der US-Suizidpräventions-Hotline, Leben gerettet: Innerhalb von 34 Tagen wurde die Hotline 7 Prozent häufiger angerufen, 245 Suizide weniger wurden verzeichnet.

rückblick 21

37 meldungen, rückblick ganze folge
  1. Der Deutsche Fußball-Bund hat zum 1. Januar 2021 eine Kompetenz- und Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Trägerschaft des LSVD eingerichtet (Pilotprojekt, 18 Monate, Ansprechperson Christian Rudolf). Der DFB räumt Nachholbedarf ein.

  2. Der LSVD Schleswig-Holstein hat die Kampagne „Echte Vielfalt überall“ / #ZeigFarbe gestartet, die auf die Folgen der Corona-Beschränkungen für LSBTI aufmerksam machen soll. Zudem hat der Landesverband das Bündnis für Akzeptanz und Respekt initiiert (über 40 Vereine, Beitritt über die Lübecker Erklärung).

  3. Laut einem Artikel der Welt überarbeitet der Online-Duden rund 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen, sodass männliche und weibliche Formen gleichberechtigt mit eigener Erklärung aufgeführt werden. Duden-Chefredakteurin Kathrin Kunkel-Razum verteidigt die Änderung gegen Kritik.

  4. 185 queere Schauspieler*innen haben sich gemeinsam im Magazin der Süddeutschen Zeitung geoutet und mehr Sichtbarkeit und Diversität in Film, Fernsehen und Theater gefordert. Viele hatten berufliche Nachteile gefürchtet.

  5. Österreich will medizinisch nicht notwendige, nicht einvernehmliche Operationen an intergeschlechtlichen Kindern verbieten. Eine Ausweitung des Diskriminierungsschutzes wurde dagegen abgelehnt.

  6. US-Präsident Joe Biden hat Pete Buttigieg als Verkehrsminister nominiert. Er wäre der erste offen schwule US-Minister.

  7. US-Präsident Biden hat neben Pete Buttigieg auch Rachel Levine, bisher Gesundheitsministerin in Pennsylvania, für das Gesundheitsministerium in Washington D.C. nominiert. Sie wäre die erste offen trans Frau auf einem solchen Posten, als Staatssekretärin.

  8. Wien fördert im Rahmen seines Ziels, Regenbogenhauptstadt Europas zu werden, 10 von 23 eingereichten queeren Jugendprojekten, darunter Vorhaben des Rechtskomitees Lambda, ein Theaterstück und ein Workshop. Vizebürgermeister Wiederkehr zeigte sich erfreut.

  9. Eine Aussage des Vatikans zum Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare stößt auf scharfe Kritik. Die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche ruft Bischöfe zum Widerstand auf, LSVD-Vorstandsmitglied Henny Engels lehnt die Aussage ab.

  10. Ein Bezirksgericht in Sapporo hat das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare in Japan erstmals für verfassungswidrig erklärt. Die Schmerzensgeldforderung wurde abgelehnt; vier ähnliche Verfahren laufen.

  11. Colton Underwood, 2019 Kandidat der US-Version von „Der Bachelor“, hat sich im US-Frühstücksfernsehen als schwul geoutet. Er sagte, er fühle sich nun besser und gesünder als je zuvor.

  12. Prinz Marcus hat in der ersten Folge der zweiten Staffel von „Promis unter Palmen“ (Sat.1) die Dragqueen Katy Bähm homophob beleidigt. Es folgten ein Shitstorm und eine Anzeige durch einen Freund der Dragqueen.

  13. Ein polyamores Männer-Trio in den USA ist gerichtlich als Väter seiner zwei per Leihmutterschaft geborenen Kinder anerkannt worden.

  14. Der 21-jährige Henry Frömmichen wurde nach drei Monaten aus dem Münchner Priesterseminar entlassen, nachdem er ein Selfie mit dem schwulen Bachelor Prinz Charming auf Instagram gepostet hatte. Er kritisiert die Doppelmoral der Kirche; Kardinal Marx lenkte nicht ein.

  15. Nach Regenbogenfahnen vor Kirchen als Protest gegen das vatikanische Segnungsverbot kam es vor allem in Vorarlberg zu Diebstählen und Brandanschlägen auf solche Fahnen. Die Landesregierung aus Grünen und ÖVP kündigte einen Aktionsplan gegen Diskriminierung und eine Anlaufstelle an.

  16. Patrick O'Connell, der 1991 im Künstlerkollektiv Visual AIDS die rote Schleife als Solidaritätssymbol mit HIV-Positiven erfand, ist gestorben.

  17. Der Nachtclub Pulse in Orlando, Schauplatz des Anschlags vom 12. Juni 2016 mit 49 Toten, soll zum National Memorial erklärt werden. Das Repräsentantenhaus hat zugestimmt, Bidens Unterschrift ist zugesagt.

  18. Nach dem Wechsel der Bezirksvorstehung in Wien-Simmering von der FPÖ zur SPÖ (Steinhart) wurde zum Pride Month die Regenbogenfahne gehisst und ein Regenbogen-Zebrastreifen eingeweiht. Die Dragqueen Candy Licious hielt eine Rede.

  19. Alex, eine trans Frau aus Köln, hat die aktuelle Staffel von Germany's Next Topmodel gewonnen.

  20. Ein ungarischer Verlag muss 250.000 Forint (ca. 700 Euro) zahlen, weil auf zwei Märchenbüchern über Regenbogenfamilien ein Warnhinweis fehlte; Grundlage ist das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. EU-Staaten, Kommissionspräsidentin von der Leyen und das EU-Parlament kritisierten Ungarns Anti-LGBTI-Gesetz.

  21. Wiens Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) hat eine mit FAMOS und dem Regenbogenfamilienzentrum erstellte Infobox zu Regenbogenfamilien für Kindergärten präsentiert. In Sachsen-Anhalt gibt es einen Medienkoffer Geschlechtervielfalt.

  22. Nach dem UEFA-Verbot einer Regenbogenbeleuchtung des Münchner Stadions und zum Pride Month haben viele Firmen in Regenbogenfarben geworben. Es gibt Zweifel an der Glaubwürdigkeit, etwa weil BMW und Volkswagen ihr Logo nicht in allen Ländern bunt gefärbt haben.

  23. Nach dem Abzug der NATO und der Machtübernahme der Taliban hat sich die Lage queerer Menschen in Afghanistan dramatisch verschlechtert; ein Taliban-Richter kündigte Steinigung an. Gefordert werden ein Stopp von Abschiebungen und Schutz für queere Geflüchtete.

  24. Die CDU Berlin hat im Wahlkampf online mit dem Slogan „Keine ideologischen Experimente mit Kindern“ geworben. Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) Berlin distanzierten sich davon.

  25. Das österreichische Innenministerium hat seinen ersten Bericht zu Hassverbrechen veröffentlicht. Zwischen November 2020 und April 2021 wurden knapp 2.000 Fälle registriert, 97 davon wegen sexueller Orientierung.

  26. 20 US-Bundesstaaten unter Führung von Tennessee klagen gegen den Erlass von Präsident Biden zum Schutz vor Diskriminierung wegen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Der Equality Act braucht noch eine Mehrheit im Senat.

  27. Chinas Radio- und Fernsehbehörde verschärft die Zensur und will nur noch „maskuline“ Männer im Fernsehen zeigen. Betroffen sind auch Reality- und Castingshows.

  28. Das queere Jugendzentrum Anyway hat in Köln-Mülheim (Jugendzentrum Support 51) einen zweiten, diskreteren Standort eröffnet, besonders für queere Jugendliche mit Migrationserfahrung. Die Förderung aus NRW-Landesmitteln läuft bis Ende 2021.

  29. Nyke Slawik und Tessa Ganserer (Grüne), die ersten trans Frauen im Bundestag, haben heftige Diffamierungen erfahren. Slawik will sich gegen Homo- und Transfeindlichkeit und für eine Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes einsetzen.

  30. In einer Volksabstimmung in der Schweiz haben 64 Prozent für die Ehe für alle gestimmt. Damit sind auch Adoption und Samenspende für lesbische Paare samt automatischer Mitmutterschaft erlaubt.

  31. Bei einem Straßenfest in der Josefstädter Straße in Wien wurde am 17. September ein schwules Paar beschimpft und mit Rotwein überschüttet. Am Museum für Volkskunde wurde die Regenbogenfahne erneut gestohlen, der Fahnenmast abgesägt; im März war sie zerschnitten worden. Das Museum erstattet Anzeige.

  32. Josh Cavallo (21, Adelaide United) hat sich Ende Oktober in den sozialen Medien als erster aktiver Profi der australischen A-League als schwul geoutet.

  33. Der Schauspieler Brian Michael Smith („9-1-1: Lone Star“) ist als erster Schwarzer trans Mann auf eine Sexiest-Men-Liste des People Magazine gekommen.

  34. In Polen wurden 140.000 Unterschriften für ein Verbot queerer Demonstrationen gesammelt (Stiftung Leben und Familie von Kaja Godek). Die PiS-Koalition nahm den Entwurf in erster Lesung an und verwies ihn an einen Ausschuss.

  35. In einem Werbeclip der norwegischen Post („When Harry met Santa“) verliebt sich der Weihnachtsmann in einen Mann. Der Clip löste Empörung bei Kritikern aus.

  36. Der EuGH hat entschieden, dass eine in einem EU-Staat anerkannte Elternschaft auch in anderen Mitgliedstaaten anzuerkennen ist. Anlass war die Klage eines bulgarisch-britischen Frauenpaares in Spanien, dessen Tochter Bulgarien Reisedokumente verweigert hatte.

  37. Im Erzbistum Paderborn startet zum 1. Januar ein Arbeitskreis Queersensible Pastoral zur Unterstützung queerer Menschen. Wenige Monate zuvor war das Erzbistum gegen einen Priester vorgegangen, der gesegnet hatte.

dezember 21

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  1. In einem norwegischen Weihnachts-Werbeclip des Postunternehmens verliebt sich Santa Claus in einen Mann namens Harry, die beiden küssen sich am Ende. Einige Empörte argumentierten, der Weihnachtsmann sei in Wirklichkeit nicht schwul.

  2. Die norwegische Datenaufsichtsbehörde hat gegen Grindr eine Strafe von 65 Millionen Kronen (6,4 Millionen Euro) verhängt, weil die App bei der Weitergabe persönlicher Daten die Zustimmungsregeln der DSGVO nicht einhalte. Es ist die höchste Strafe der Behörde bisher.

  3. Nach einem EuGH-Urteil muss eine in einem EU-Staat anerkannte Eltern-Kind-Beziehung von allen Mitgliedstaaten anerkannt werden. Geklagt hatte ein bulgarisch-britisches Frauenpaar in Spanien, dessen Tochter Bulgarien Reisedokumente verweigerte; Bulgarien muss Ausweis oder Pass ausstellen.

  4. In Chile wurde nach vier Jahren politischer Debatte die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen. Sie löst die eingetragene Partnerschaft ab, die weder Adoption noch gemeinsame Elternschaft erlaubte, und bringt die vollständige rechtliche Gleichstellung.

  5. Kanadas Parlament hat kurz nach der Wahl ein Verbot von Konversionstherapien beschlossen. Der im Juni eingebrachte Entwurf wurde parteiübergreifend mit Applaus angenommen. Der offen schwule Justizminister David Lametti sagte, es sei ein wichtiger Tag, um zu lieben, wen man lieben will.

  6. Die österreichischen Nationalratsabgeordneten Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne) und Mario Lindner (SPÖ) wollen eine überparteiliche Plattform für queere Themen im Parlament etablieren und laden alle anderen Parteien zum Beitritt ein. Vorbild ist die LGBTI-Intergroup des Europäischen Parlaments mit über 150 Abgeordneten.

  7. Im Erzbistum Paderborn startet zum 1. Januar ein Arbeitskreis „queersensible Pastoral“, der queere Menschen und Angehörige unterstützen und bestehende queere Angebote für Gottesdienste bündeln soll. Wenige Monate zuvor war das Erzbistum gegen einen Priester vorgegangen, der ein schwules Paar gesegnet hatte.

november 21

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  1. Josh Cavallo, Mittelfeldspieler von Adelaide United, hat Ende Oktober als erster aktiver Profi der australischen A-League in sozialen Medien öffentlich gemacht, dass er schwul ist.

  2. Mehrere Konzerne in Österreich haben sich für die Öffnung der Blutspende für homo- und bisexuelle Männer und trans Menschen ausgesprochen. Anstoß gab ein Mitarbeiter, der seinen Lebenspartner an Covid-19 verlor; eine Petition soll an Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein gehen.

  3. In Wien-Hietzing griff eine 47-jährige Mutter ihren 26-jährigen Sohn nach seinem Coming-out an und verletzte eine Polizistin. Das Landgericht Klagenfurt verurteilte einen 32-Jährigen zu einer Geldstrafe, weil er die Homosexualität seiner 17-jährigen Tochter nicht akzeptierte und sie unter Drohungen zur Trennung zwang.

  4. Das US-Magazin People hat den Schauspieler Brian Michael Smith („9-1-1: Lone Star“) unter die 25 „sexiesten“ Männer im TV gewählt. Er ist der erste Schwarze trans Mann mit einer Hauptrolle in einer US-Fernsehserie.

  5. Das texanische Department of Family and Protective Services hat einen Link zu einer Suizid-Hotline für LGBTIQ-Jugendliche entfernt, nachdem der Republikaner Don Huffines Gouverneur Greg Abbott dafür angegriffen hatte. 13 demokratische Senator:innen forderten die Rücknahme.

  6. Das Sozialgesetzbuch sieht eine Kostenübernahme für künstliche Befruchtung nur bei Ei- und Samenzellen der Ehegatten vor, wodurch gleichgeschlechtliche Paare herausfallen. Eine Klage am Bundessozialgericht scheiterte, es bleibt nur die Verfassungsbeschwerde.

  7. In Polen wurden 140.000 Unterschriften für ein Gesetz gegen queere Demonstrationen gesammelt (Stiftung Leben und Familie von Kaja Godek). Die PiS-Koalition nahm den Entwurf in erster Lesung an und verwies ihn an einen Ausschuss; eine vollständige Umsetzung gilt als unwahrscheinlich.

oktober 21

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  1. Premierminister Mark Rutte stellte klar, dass ein Thronfolger oder der König nicht abdanken müsse, wenn er oder sie gleichgeschlechtlich heiratet. Anlass war ein Buch über Thronfolgerin Katharina Amalia, dessen Autor Peter Rehwinkel solche Ehen für ausgeschlossen hielt; Rutte verwies auf Adoption und Samenspende.

  2. Die Landesmittel für den Aktionsplan Queeres Brandenburg werden doch nicht um fast die Hälfte gekürzt. Nach einem offenen Brief der Vereine lenkte die Kenia-Koalition ein; zitiert werden Uwe Adler (SPD) und Petra Budke (Grüne). Betroffen gewesen wären unter anderem Beratung für queere Geflüchtete.

  3. Nach dem von Gil Ofarim geschilderten antisemitischen Vorfall im Westin-Hotel Leipzig ist bekannt geworden, dass der Musikmanager Piero Vecchioni dort von einem Manager homophob beschimpft worden sein soll und nach seiner Beschwerde Hausverbot erhielt. Das Hotel beurlaubte Mitarbeitende.

  4. Nyke Slawik und Tessa Ganserer (Grüne), die ersten trans Frauen im Bundestag, haben heftige Diffamierungen erlebt, bei denen ihnen das Frausein abgesprochen wurde. Slawik kündigte an, sich gegen Homo- und Transfeindlichkeit einzusetzen, unter anderem wegen des fehlenden Schutzes in Artikel 3 des Grundgesetzes.

  5. In der von Gegnern erzwungenen Volksabstimmung haben 64 Prozent der Schweizer Ehe für alle zugestimmt. Heirat, Adoption und Samenspende sind damit für lesbische Paare erlaubt, bei Heirat gelten beide Mütter rechtlich als Eltern. Die Kampagne des Nein-Komitees mit weinenden Kindern blieb erfolglos.

  6. In Wien wurde bei einem Straßenfest in der Josefstädter Straße ein schwules Paar beim Kuscheln beschimpft und mit Rotwein überschüttet; die Täter entkamen. Am Museum für Volkskunde wurde die Regenbogenflagge erneut gestohlen, der Fahnenmast offenbar abgesägt; im März war sie zerschnitten worden.

  7. KÖR und die Wiener Antidiskriminierungsstelle haben einen neuen Kunstwettbewerb für ein Mahnmal für die Opfer homosexuellenfeindlicher NS-Verfolgung im Resselpark ausgeschrieben (Einreichschluss 17. Januar 2022, Budget rund 300.000 Euro). Der Siegerentwurf von Marc Quinn war 2020 zurückgezogen worden.

august 21

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  1. Der CSD Magdeburg feierte am 14. August bei 31 Grad sein 20-jähriges Jubiläum unter dem Motto „Ein flotter Dreier fürs Grundgesetz“ (Ergänzung von Artikel 3). An der Demonstration nahmen 3.000 bis 4.000 Menschen teil; der CSD Magdeburg e. V. will die EuroPride 2025 nach Magdeburg holen.

  2. Die WorldPride in Kopenhagen und Malmö wurde mit einer Parade ins alte Stadion von Malmö eröffnet, die ESC-Siegerin von 2012 trat auf. Bis zum 22. August gab es mehr als tausend Veranstaltungen, darunter die Eurogames; die Öresundbrücke wurde in Regenbogenfarben angestrahlt.

  3. Nach dem Abzug der NATO-Truppen und der Machtübernahme der Taliban hat sich die Lage queerer Menschen in Afghanistan dramatisch verschlechtert. Ein Taliban-Richter sagte einem Bild-Reporter, Schwule würden gesteinigt oder von einer Mauer erschlagen; gefordert werden ein Abschiebestopp und Schutz für queere Geflüchtete.

  4. Die Berliner Lesben und Schwulen in der Union (LSU) distanzieren sich vom CDU-Wahlkampfslogan „Keine ideologischen Experimente mit Kindern“. Sexuelle Vielfalt und Aufklärung in Schulen und Kitas seien der CDU Berlin wichtig.

  5. Das österreichische Innenministerium hat seinen ersten Bericht zu Hassverbrechen veröffentlicht: Zwischen November 2020 und April 2021 wurden knapp 2.000 Taten registriert, 97 davon mit Bezug zur sexuellen Orientierung. 80 % der Verdächtigen waren Männer, 12 % der Taten geschahen im digitalen Raum.

  6. In Wien fragte ein Taxifahrer einen 50-jährigen Fahrgast, den er an einer Schwulenbar abgeholt hatte, nach seiner sexuellen Orientierung und verletzte ihn am Ziel mit einem Schlagring schwer. Der Täter nahm ihm das Handy ab, doch Fotos des Kennzeichens waren bereits in der Cloud, sodass er gefunden wurde.

  7. US-Verkehrsminister Pete Buttigieg hat auf Twitter verkündet, dass er und sein Mann Chasten Eltern geworden sind; die Familienerweiterung sei noch nicht abgeschlossen. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte, er könne sich Elternschaft mit seinem Mann gut vorstellen.

  8. Die 22 Kandidaten der aktuellen Staffel von „Die Bachelorette“ (RTL) haben sich vertraglich zu gutem Verhalten verpflichtet: Queerfeindliche, rassistische und sexistische Witze kosten 5.001 Euro Strafe. Weitere Klauseln betreffen unter anderem Beschimpfungen, Pornoerfahrung und Corona-Quarantäne (mindestens 100 Euro).

  9. Das internationale Topmodel Papis Loveday hat sich bei Promi Big Brother öffentlich geoutet. Er sprach über zunehmende Homofeindlichkeit und Rassismus, über Homofeindlichkeit in seiner Heimat Senegal und darüber, wegen seiner Hautfarbe oft nicht gebucht worden zu sein.

juli 21

9 meldungen ganze folge
  1. Das Europaparlament hat mit 459 zu 147 Stimmen bei 58 Enthaltungen die Kommission aufgefordert, gegen Ungarns seit Anfang Juli geltendes Gesetz vorzugehen, das positive Darstellungen sexueller Vielfalt für Minderjährige verbietet. Gegebenenfalls sollen Ungarn Mittel gekürzt werden.

  2. Ein ungarischer Verlag muss 250.000 Forint (etwa 700 Euro) zahlen, weil auf zwei Märchenbüchern über Regenbogenfamilien ein Warnhinweis fehlte. Die Strafe erging nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb; mehrere EU-Staaten und Ursula von der Leyen kritisierten das Gesetz.

  3. Wiens Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) hat eine mit FAMOS und dem Regenbogenfamilienzentrum Wien erstellte Infobox für Kindergärten vorgestellt, mit Broschüre, Buch, Plakat und Malvorlagen.

  4. Bei der Wiener Regenbogenparade im Pride Month kam es zu vielen homofeindlichen Zwischenfällen: Regenbogenflaggen wurden zerstört und queerfeindliche Parolen skandiert.

  5. Der Bundesrat hat Ende Juni dem neuen Straftatbestand der verhetzenden Beleidigung (§ 192a) zugestimmt. Geschützt ist unter anderem die sexuelle Orientierung, nicht aber Geschlecht und Geschlechtsidentität; trans- und intergeschlechtliche Menschen sowie Frauen sind damit nicht erfasst.

  6. In A Coruña im Nordwesten Spaniens ist Anfang Juli ein 24-jähriger Mann namens Samuel nach homofeindlichen Beschimpfungen („Maricón“) zu Tode geprügelt worden. Angehörige gehen von einem Hassverbrechen aus; am Folgetag protestierten Tausende im ganzen Land.

  7. Viele Firmen, darunter Heineken, Allianz und Commerzbank, werben in Regenbogenfarben, etwa nach dem UEFA-Verbot der bunten Münchner Stadionbeleuchtung. Es gibt Zweifel an der Glaubwürdigkeit: BMW und Volkswagen färben ihr Logo nicht in allen Ländern bunt, die Deutsche Bank investiert in Rüstung und Kohle.

  8. Der 17-jährige Schauspieler Jack Dylan Grazer („Es“, „We Are Who We Are“) hat sich in einem Instagram-Live auf die Frage eines Fans als bisexuell geoutet und seine Pronomen auf he/they geändert.

  9. Der Berliner Verein Liebe wen du willst e. V. hat seine mehr als einjährige Kooperation mit TikTok beendet. Die Plattform sei für junge LGBTI nicht sicher: Queerfeindliche Inhalte blieben stehen, LGBTI-Accounts würden gesperrt.

juni 21

8 meldungen ganze folge
  1. Der queere Nachtclub Pulse in Orlando, Schauplatz des Anschlags vom 12. Juni 2016 mit 49 Toten und 53 Verletzten, soll fünf Jahre später offiziell zum National Memorial erklärt werden. Das Repräsentantenhaus hat zugestimmt; es fehlt nur noch Bidens Unterschrift.

  2. In Ungarn soll unter dem Vorwand des Jugendschutzes die „Werbung“ für LGBTI-Themen bei Minderjährigen verboten werden: Aufklärungsmaterial dürfte keine gleichgeschlechtlichen Paare oder Geschlechtervarianz mehr zeigen, Hinweise auf LSBTI und Solidaritätsbekundungen im öffentlichen Raum sollen verboten werden.

  3. Der österreichische Gleichbehandlungsausschuss beschloss am 9. Juni einstimmig, Konversionstherapien und medizinisch nicht notwendige Operationen an intergeschlechtlichen Babys zu verbieten, zunächst nur als Aufforderung an die Ministerien. Weitere Anträge wurden abgelehnt oder vertagt.

  4. In Wien-Simmering weht unter dem SPÖ-Bezirksvorsteher Steinhart die Regenbogenfahne am Amtshaus, nachdem unter drei Jahren FPÖ-Führung keine gehisst wurde. Zudem wurde ein Regenbogen-Zebrastreifen eingeweiht, eine Dragqueen erinnerte in ihrer Rede an die Stonewall-Riots.

  5. Zum IDAHOBIT teilten Parteien Regenbogenbilder, zwei Tage später wurde der Antrag auf Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes von der Tagesordnung genommen. Anträge von Grünen und FDP, das Transsexuellengesetz von 1980 durch ein Selbstbestimmungsgesetz zu ersetzen, wurden mehrheitlich abgelehnt.

  6. Die Gewinnerin der aktuellen Staffel von Germany's Next Topmodel, Alex, ist eine trans Frau und Studentin aus Köln.

  7. Larry Saperstein (23), Darsteller von Big Red in der High-School-Musical-Serie, hat sich anlässlich des Pride Month auf TikTok als bisexuell geoutet. Die Serie wurde bei den GLAAD Media Awards ausgezeichnet.

  8. Demi Lovato hat sich Mitte Mai als nicht-binär geoutet und angekündigt, künftig geschlechtsneutrale Pronomen (im Englischen das singuläre „they“) zu verwenden. Lovato setzt sich seit Jahren für LSBTI-Rechte ein.

april 21

8 meldungen ganze folge
  1. Colton Underwood, 2019 Teilnehmer des US-Bachelor, hat sich im US-Frühstücksfernsehen als schwul geoutet. Er habe zuvor lieber sterben wollen, als es zuzugeben, und fühle sich nun gesünder; eine Reality-Serie über sein Coming-out ist geplant.

  2. In der ersten Folge der zweiten Staffel von „Promis unter Palmen“ griff Prinz Marcus wiederholt eine Dragqueen an und bezeichnete ihre Homosexualität als eklig. Es folgte ein Shitstorm gegen Sat.1; ein Freund der Dragqueen zeigte ihn an, auf Instagram pöbelt er weiter.

  3. Hertha BSC hat seinen Torwarttrainer Petry nach einem Zeitungsinterview freigestellt, in dem er sich migrationskritisch und irritierend über Homosexualität geäußert und einen Landsmann bei RB Leipzig für dessen Unterstützung eines Vereins für gleichgeschlechtliche Paare kritisiert hatte.

  4. Die Bayerische Staatsregierung lehnt mit Verweis auf Datenschutzgründe eine LSBTI-Vertretung im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks ab. Der Rundfunkrat besteht u. a. aus einem evangelischen Frauenverein und dem Bauernverband; den Vorsitz hat ein Vertreter des Erzbistums München.

  5. Gesundheitsminister Anschober ist zurückgetreten. Die diskriminierungsfreie Blutspende wurde nicht umgesetzt, er setzte sich nicht gegen ÖVP und Rotes Kreuz durch; auch das 2019 vom Nationalrat vereinbarte Verbot von Konversionstherapien für Jugendliche fehlt weiterhin.

  6. In den USA wurden drei Männer in polyamoröser Beziehung (Ian, Allen und Jeremy) gerichtlich als Väter ihrer zwei per Leihmutterschaft geborenen Kinder (Tochter 2017, Sohn Parker 2019) anerkannt. Die Richterin hatte zunächst einen Präzedenzfall befürchtet.

  7. Rund 30 US-Bundesstaaten haben Gesetze erlassen oder erarbeiten sie, die Trans-Mädchen vom Mädchensport ausschließen; Republikaner begrüßten das. Der Präsident bereitet einen Equality Act gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts vor.

  8. Der Vorsitzende des Justizausschusses der kleineren Parlamentskammer Italiens, ein Lega-Mitglied, sagte die geplante Beratung eines Anti-Homophobie-Gesetzes ab und blockierte es damit; die größere Kammer hatte den Entwurf im November 2020 angenommen. Matteo Salvini befürchtet eine Diskriminierung von Adoptionsgegnern.

märz 21

7 meldungen ganze folge
  1. Wien fördert im Zuge des Ziels, Regenbogenhauptstadt Europas zu werden, zehn von 23 eingereichten queeren Jugendprojekten, darunter Transition Academy, Rechtskomitee Lambda, ein Theaterstück und ein Workshop. Vizebürgermeister Wiederkehr freut sich über die vielen Einreichungen.

  2. An österreichischen Schulen sollen künftig nur noch akkreditierte Vereine Sexualpädagogik anbieten. Anlass war ein christlich-fundamentalistischer Verein, der mit veralteten Materialien arbeitete (u. a. Homosexualität sei heilbar). Inhalte sollen dem Stand der Wissenschaft entsprechen.

  3. Colorados Gouverneur Jared Polis, 45 und erster offen schwuler Gouverneur der USA, hat während einer Covid-Infektion um die Hand seines Partners angehalten, der Ja sagte. Das Paar kennt sich seit 2002 und zieht zwei Kinder groß; beide überstanden die Infektion gut.

  4. In München soll die größte Regenbogenflagge der Welt entstehen: Das Stadtteilparlament stimmte fast einstimmig einem Antrag von Grünen/Rosa Liste zu, den Asphalt der Theresienwiese dauerhaft in den Farben der Progress-Flagge zu markieren. Ziel sind mehr LGBTI-Sichtbarkeit und ein Eindruck auf die Gay-Games-Jury.

  5. Eine Aussage des Vatikans, die die Ausgrenzung von Schwulen und Lesben legitimiere, stößt auf scharfe Kritik. Die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche ruft deutsche Bischöfe zum Widerstand auf; LSVD-Bundesvorstandsmitglied Henny Engels lehnt die Aussage ab.

  6. Das Bezirksgericht in Sapporo hat das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare als verfassungswidrig eingestuft, erstmals in Japan, dem einzigen G7-Land ohne Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Begründet wurde dies mit einem Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip. Vier ähnliche Prozesse laufen.

  7. Der Grünen-Politiker Dirk Behrendt hat einen Entschließungsantrag zur Reform des Abstammungsrechts eingebracht, der später in den Bundesrat soll, da lesbische Paare schlechter gestellt seien. Zusätzlich soll die Ungleichbehandlung trans- und intergeschlechtlicher Menschen enden.

februar 21

9 meldungen ganze folge
  1. 185 queere Künstler*innen setzen sich im Magazin der Süddeutschen Zeitung gemeinsam für mehr Diversität ein; viele outen sich dabei erstmals öffentlich. Sie hatten ihre Identität oft aus Angst vor beruflichen Konsequenzen verheimlicht; lesbische Schauspielerinnen fürchteten etwa, nicht mehr besetzt zu werden.

  2. Österreich will künftig medizinisch nicht notwendige bzw. nicht einvernehmliche Operationen an intergeschlechtlichen Kindern verbieten, nachdem eine angedachte Ausweitung des Diskriminierungsschutzes für queere Menschen abgelehnt worden war. Solche Eingriffe gleichen Betroffene an eine binäre Form an.

  3. Die International Lesbian and Gay Association (ILGA) sieht kaum Fortschritte bei den Menschenrechten queerer Personen in Österreich. Kritisiert werden fehlender Diskriminierungsschutz, kein Verbot unnötiger OPs an inter* Kindern, kein freier Zugang zur Änderung des Geschlechtseintrags und die Lage queerer Geflüchteter.

  4. US-Präsident Joe Biden hat Pete Buttigieg als Verkehrsminister nominiert; er wäre der erste offen schwule US-Minister. Buttigieg schilderte in einem Interview, wie ein schwuler Botschafter unter Clinton im Senat chancenlos war.

  5. Biden hat auch Rachel Levine, bisher Gesundheitsministerin in Pennsylvania, für das Gesundheitsministerium in Washington D.C. nominiert; sie wäre die erste trans Frau auf einem solchen Posten.

  6. In San Francisco dürfen die 1984 im Zuge der AIDS-Krise geschlossenen Badehäuser und Sexclubs unter strengen Auflagen wieder öffnen: Kondome und Gleitgel in jeder Kabine, mehrsprachige HIV-Informationen, Alkoholverbot und kein Einlass für Betrunkene oder Personen unter Drogeneinfluss.

  7. In der Türkei protestieren Studierende gegen einen neuen, der AKP nahestehenden Universitätsdirektor; rund 160 Demonstrierende wurden verhaftet. Präsident Erdoğan bezeichnete sie als Mitglieder einer Terrororganisation und behauptete, es gebe in der Türkei keine queeren Personen.

  8. München ist mit Guadalajara und Valencia unter den drei Finalisten für die Gay Games 2026; u. a. Auckland, San Diego und Taipei schieden aus. Die Siegerstadt soll am 10. November in Hongkong bekanntgegeben werden. Unterstützung kommt aus Sport, Politik und Community, nur die AfD ist dagegen.

  9. Der DFB hat seit Januar 2021 eine zunächst auf 18 Monate befristete Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im Fußball, geleitet von Christian Rudolph, der diese Funktion bereits im Berliner Landesverband ausübt. 20 von 21 Spieler*innen mit Geschlechtseintrag divers haben derzeit keine Spielberechtigung.

rückblick 20

37 meldungen, rückblick ganze folge
  1. In rechten Online-Kreisen kursiert das Gerücht, Soja verweibliche Männer, neu befeuert durch Burger Kings fleischlosen Impossible Whopper. Phytoöstrogene sind jedoch nicht dasselbe wie Östrogen; es handelt sich um rechte Fake-News-Propaganda.

  2. In „Der Aufstieg Skywalkers“ wurde eine kurze Kussszene zweier Frauen in Singapur und Dubai herausgeschnitten, um eine Freigabe ab 13 statt ab 18 zu erhalten. In Singapur steht Sex zwischen Männern unter Strafe.

  3. Das Oberste Gericht Brasiliens hat das Verbot der Netflix-Komödie „Die erste Versuchung Christi“, in der Jesus mit einem Freund aus der Wüste zurückkehrt, nach einem Tag aufgehoben. Religiöse Gruppen hatten nach Protesten ein Verbot gefordert.

  4. Der US-Bundesstaat Utah hat Konversionstherapien verboten. Das Verbot gilt nur für staatlich lizenzierte Therapeut*innen, nicht für religiöse Seelsorger; die mormonische Kirche stimmte zu, LGBTI-Organisationen sind positiv überrascht.

  5. Die YouTube-Webserie Kuntergrau, ein Projekt des Kölner Jugendzentrums Anyway, ist vom Land NRW als Engagement des Monats Januar ausgezeichnet und damit für den Engagementpreis NRW 2020 nominiert worden.

  6. In der Schweiz haben 62 Prozent in einer Abstimmung für ein Gesetz gegen Homophobie gestimmt; öffentliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist damit mit bis zu drei Jahren Haft strafbar. SVP und EDU hatten die Abstimmung erzwungen.

  7. Gesundheitsminister Jens Spahn hat das Verbot der Konversionstherapie, zumindest für Minderjährige, ins Bundeskabinett eingebracht.

  8. Ein kanadisches Gericht hat die Klage der Aktivistin Kari Simpson gegen das Hissen der Regenbogenflagge im Pride Month in Langley abgewiesen. Auch Simpsons weitere Klagen (Christenflagge, üble Nachrede) wurden abgewiesen.

  9. In Polen haben sich 16 Regierungsbezirke, 37 Landkreise und 55 Gemeinden zu LGBTIQ-freien Zonen erklärt. Der LSVD wiederholte den Aufruf polnischer Aktivist*innen an deutsche Partnerstädte, sich für LSBTI-Rechte einzusetzen.

  10. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem in Ausweisdokumenten das Geschlecht bei der Geburt eingetragen und nicht mehr geändert werden kann.

  11. Fernsehserien für Kinder und Jugendliche zeigen zunehmend Vielfalt; realitätsnahe Darstellung gilt als wichtig.

  12. Der Bundestag hat einen Gegner von LSBTQ-Rechten zum neuen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts gewählt, der als CDU-Abgeordneter gegen die Ehe für alle gestimmt hatte. Der scheidende Präsident Andreas Voßkuhle sagte, eine Konzentration der Politik auf Minderheitenthemen begünstige Rechtspopulismus.

  13. Der Bundestag hat ein Teilverbot von Konversionstherapien beschlossen, das nur für Kinder und Jugendliche gilt und Ausnahmen für Eltern enthält; hinzu kommt ein grundsätzliches Werbeverbot. Kritisiert wird auch ein AfD-Änderungsantrag, Trans als vorübergehende Erscheinung aus dem Gesetz zu nehmen.

  14. Das Wiener Schülerprojekt „Flag Included“ stellt Schulen kostenlos Informationsmaterial und eine Regenbogenfahne zur Verfügung. Bisher nehmen 24 Schulen aus drei Bundesländern teil.

  15. Der offizielle Nickelodeon-Twitter-Account zeigte in einem Solidaritätspost zum Pride Month Figuren im Regenbogenlook, darunter SpongeBob. Medien leiteten daraus ab, SpongeBob sei schwul; er wurde allerdings nur im LGBTQ+-Zusammenhang genannt.

  16. Der Schweizer Ständerat hat für eine vereinfachte Änderung des Geschlechtseintrags per Erklärung vor dem Standesamt gestimmt. Minderjährige brauchen künftig die Zustimmung der Erziehungsberechtigten; eine dritte Option gibt es nicht.

  17. In Deutschland gab es eine Demonstration für ein Selbstbestimmungsgesetz; die Grünen schlugen vor, das Transsexuellengesetz aus den Achtzigerjahren zu ersetzen.

  18. In Russland wird mit angeblich 78 Prozent Zustimmung eine Verfassung umgesetzt, die Putin bis mindestens 2035 im Amt hält und die Ehe als Verbindung von Mann und Frau festschreibt. Hetze, Verbote und Ermittlungen gegen gleichgeschlechtliche Eltern nehmen zu.

  19. Der Ministerrat in Thailand hat ein Gesetz für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften mit weitgehend eheähnlichen Rechten (Adoption, Erbe) beschlossen. Das Parlament muss noch zustimmen.

  20. Wien soll ein queeres Jugendzentrum bekommen, da bisherige Angebote keinen queeren Schwerpunkt hatten und ehrenamtliche Anlaufstellen überlaufen sind. Verwiesen wird auf eine Studie des Deutschen Jugendinstituts.

  21. In Österreich steht erstmals „inter“ auf einer Geburtsurkunde, nach vierjährigem Rechtsstreit von Alex Jürgen. Der Eintrag erfordert weiter ein medizinisches Gutachten, unnötige Operationen an Inter-Kindern gehen weiter; das kritisierte auch der UN-Kinderrechtsausschuss.

  22. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will eine Studie zum Umgang mit Homosexualität in der Bundeswehr vorlegen und ein Gesetz zur Rehabilitierung und Entschädigung wegen homosexueller Handlungen verurteilter Soldaten einbringen.

  23. Konzerne werden zur Pride-Saison für Pinkwashing kritisiert. Eine Dragqueen sagte, von den Profiten komme kaum etwas bei der Community an, und Aktivist*innen würden oft unbezahlt für PR genutzt.

  24. Star Trek: Discovery hat das Casting für eine nichtbinäre und eine transmaskuline Figur abgeschlossen; sie werden von Darsteller*innen mit passender Geschlechtsidentität gespielt.

  25. Nach neuen Academy-Regeln soll der Oscar für den besten Film ab 2024 nur noch an Produktionen gehen, die zwei von vier Diversitätskategorien erfüllen. Kritisiert wird, dass drei Viertel der bisherigen Gewinner weiter zulässig wären.

  26. TikTok soll queere Inhalte verstecken (Shadowbanning). Ein australisches Institut belegte, dass queere Texte in mindestens acht Sprachen zensiert werden.

  27. Petra De Sutter wurde in Belgien als vermutlich erste trans Ministerin der Welt vereidigt. Die rechtsextreme Opposition bezeichnete sie als Personifizierung des kulturellen Marxismus, was Empörung auslöste; der Bundesverband Trans* gratulierte.

  28. Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bezeichnete in einer Stellungnahme zu einer Petition zur Öffnung der Blutspende die Beibehaltung des Status quo nicht als Diskriminierung. Die HOSI Wien kritisierte das.

  29. Der Verband saarländischer Karnevalsvereine hat mit 45 zu 3 Stimmen bei 2 Enthaltungen gleichgeschlechtliche Paare zur Prinzenwahl zugelassen. Im Januar war ein Prinzessinnenpaar (Heike II. und Ute I.) mit Verweis auf Tradition ausgeschlossen worden.

  30. Am 4. Oktober wurde ein schwules Paar in der Dresdner Innenstadt von einem Islamisten mit einem Messer angegriffen; Thomas L. aus Krefeld starb, sein Partner überlebte schwer verletzt. Am 13. November fand in Krefeld eine Trauerfeier statt; der CSD-Verein Dresden strebt einen Gedenkstein an.

  31. Beim islamistischen Anschlag in Wien am 2. November starben vier Menschen, 23 wurden verletzt. Eines der Opfer, Gudrun, besuchte die Lesbengruppe der HOSI Wien. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.

  32. Trump hat die US-Wahl verloren, elf LGBTIQ-Personen gewannen wichtige Ämter, darunter Sarah McBride als erste trans Senatorin; zwei schwule Persons of Color aus New York ziehen in den Kongress ein. Biden erhielt 64 Prozent der queeren Stimmen.

  33. Nach einer Studie der EU-Grundrechteagentur, wonach sich 43 Prozent stark diskriminiert fühlen, stellten die EU-Kommissarinnen Věra Jourová und Helena Dalli eine LGBTI-Gleichstellungsstrategie mit vier Säulen vor. Alle Mitgliedstaaten müssten mitziehen.

  34. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat streicht die Beratungspflicht bei Stiefkindadoptionen, nachdem der Bundesrat das Adoptionshilfegesetz gestoppt hatte, das lesbische Paare benachteiligt hätte.

  35. Elliot Page (Juno, The Umbrella Academy) hat sich als trans geoutet und nutzt die Pronomen he/they. Kritisiert wird, dass Medien oft falsche Pronomen oder Deadnames verwenden.

  36. Attila Hildmann bezeichnete Rezo in einem Video wiederholt als „Mädchen“, um ihn herabzusetzen.

  37. Der Schüler Trevor Wilkinson wurde in Texas wegen lackierter Fingernägel vom Unterricht suspendiert. Seine Petition erreichte 170.000 Unterschriften, die Schule gab nicht nach.

dezember 20

9 meldungen ganze folge
  1. Elliot Page (bekannt aus Juno und The Umbrella Academy) hat sich als trans geoutet (Pronomen he/they); sein Statement richtet sich vor allem an Politiker und Menschen mit großer Reichweite. Laut taz gingen Medien unsensibel mit dem Thema um, oft mit falschen Pronomen oder Deadname.

  2. Attila Hildmann bezeichnete Rezo in einem Video wiederholt als „Mädchen“, um ihn herabzusetzen.

  3. Wien hat eine rot-pinke Stadtregierung gewählt, die sich zu einer starken Wiener Pride 2021 bekennt und das bisher umfangreichste LGBT-Programm der Stadt vorlegt. Wien soll Regenbogenhauptstadt Europas werden; im kommenden Jahr soll ein Mahnmal für die homosexuellen NS-Opfer errichtet werden.

  4. Laut Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat entfällt die Beratungspflicht bei Stiefkindadoptionen. Der Bundesrat hatte das Adoptionshilfegesetz gestoppt, das lesbische Paare benachteiligt hätte; die Reform des Abstammungsrechts lässt weiter auf sich warten.

  5. Die Webserie Kuntergrau hat den Engagementpreis des Landes NRW erhalten, nachdem sie im Januar unter 132 Projekten als Engagement des Monats ausgewählt worden war. Die Serie über junge Schwule, schwulenfeindliche Gewalt und Leben mit HIV wurde über sechs Millionen Mal abgerufen.

  6. Spanische Ex-Militärs hetzen gegen LGBT: Ranghohe Offiziere schrieben im November Briefe an König Felipe (u. a. von 217 Ex-Offizieren unterzeichnet), WhatsApp-Verläufe mit Kampfaufrufen eines Generals im Ruhestand wurden veröffentlicht. Die Verteidigungsministerin erstattete Anzeige.

  7. Vor dem Wuppertaler Amtsgericht wehrt sich Prinz Thomas II. gegen den Rauswurf als Karnevalsprinz, nachdem Nacktfotos von ihm im Prinzenornat aufgetaucht waren, die der Verein als schamverletzend bezeichnete. Ein Ex-Partner habe die Bilder weitergeleitet und müsse für Schäden haften.

  8. Der Schüler Trevor Wilkinson aus Texas wurde vom Unterricht suspendiert, bis er seinen Nagellack entfernt. Seine Petition unterzeichneten bereits 170.000 Menschen; die Schule gibt nicht nach, es entstand der Hashtag #TeamTrevor.

  9. Beide Kammern des Parlaments in Bhutan haben sich darauf geeinigt, das aus der britischen Kolonialzeit stammende Verbot von Homosexualität aufzuheben; nun muss noch der König zustimmen. Verurteilungen sind nicht bekannt; die Community ist erst seit 2010 organisiert.

november 20

8 meldungen ganze folge
  1. Am 4. Oktober wurde ein schwules Paar in der Dresdner Innenstadt von einem Islamisten mit einem Messer angegriffen; Thomas L. aus Krefeld erlag seinen Verletzungen, sein Partner überlebte schwer verletzt. Am 13. November fand in Krefeld eine Trauerfeier statt; der CSD-Verein Dresden will einen Gedenkstein.

  2. Beim islamistischen Anschlag am 2. November in Wien starben vier Menschen, 23 wurden teils schwer verletzt. Eines der Opfer, Gudrun, stammte aus der queeren Community und besuchte die Lesbengruppe der Homosexuellen Initiative (HOSI) sowie Tanzabende. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.

  3. Bushido hat ein Video mit Regenbogen-Shirt gepostet, worüber sich viele Anhänger aufregten. Gegen ihn bestehen Homophobievorwürfe wegen früherer Liedtexte, einer Mittelfinger-Geste gegen LGBTI-Aktivisten 2007 und Pöbeleien in Kreuzberg; Bushido erklärt, er sei nicht homophob.

  4. Am 15. November beleidigten in der Frankfurter Innenstadt mehrere Personen eine 20-jährige queere Person und griffen sie an, nachdem sie sich gewehrt hatte; von etwa 150 Umstehenden griff kaum jemand ein. Inzwischen ist von transfeindlichen Motiven die Rede; die Polizei sucht Zeug*innen.

  5. Trump hat die US-Wahl verloren, elf Mitglieder der LGBTQ-Community gewannen wichtige Ämter, darunter Sarah McBride als erste trans Senatorin; in New York ziehen zwei schwule People of Color in den Kongress ein. Biden erreichte 64 Prozent der queeren Wählerstimmen, 14 Punkte weniger als Clinton 2016.

  6. Laut einer Studie der EU-Grundrechteagentur fühlten sich 2019 rund 43 Prozent der befragten queeren Menschen in der EU stark diskriminiert. Die EU-Kommissarinnen Věra Jourová und Helena Dalli stellten eine Gleichstellungsstrategie vor, u. a. mit Verbot von Konversionstherapien; alle Mitgliedstaaten müssten zustimmen.

  7. Das Magazin GQ hat den offen schwulen Schauspieler Zachary Quinto (Spock in den Star-Trek-Reboots, Coming-out 2011) zu den Männern des Jahres 2020 gekürt, u. a. weil er zum Zusammenhalt aufrief und nach der Ermordung von George Floyd mit Protestierenden marschierte.

  8. Nicolas Puschmann, Gewinner der ersten Staffel von „Prince Charming“, und sein Partner Lars haben sich getrennt; beide äußerten sich auf Instagram. Die Trennung fällt in die Zeit vor dem Start der zweiten Staffel mit dem neuen Prince Charming Alexander Schäfer.

oktober 20

8 meldungen ganze folge
  1. Duncan Laurence, Gewinner des niederländischen ESC-Vorentscheids, hat auf Instagram seine Verlobung mit dem US-Sänger und Songwriter Jordan Garfield bekanntgegeben. Laurence hatte sich 2018 als bisexuell geoutet; der ESC, an dem er teilgenommen hätte, fiel coronabedingt aus.

  2. Der Cologne Pride fand coronabedingt als Fahrrad-Sternfahrt mit rund 2000 Teilnehmenden in vier zeitversetzten Gruppen statt. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden, aus der Community kam Kritik an einer Veranstaltung dieser Größe. Gefordert wurden u. a. die Ergänzung von Art. 3 Abs. 3 GG um sexuelle Identität.

  3. Die Punkgruppe Pussy Riot hat zu Putins Geburtstag Regenbogenflaggen vor mehreren offiziellen Gebäuden in Moskau aufgehängt, als Symbol für fehlende Liebe und Freiheit. Mehrere Aktivist*innen wurden verhaftet; Alexander Sofjev erhielt 30 Tage Verwaltungshaft (Höchststrafe) und will in Berufung gehen.

  4. Österreichs Gesundheitsminister Anschober (Grüne) erklärte in einer Stellungnahme zu einer Petition zur Öffnung der Blutspende, die Beibehaltung des Status quo sei keine Diskriminierung. Die HOSI Wien kritisiert dies: Maßgeblich sei das individuelle Risikoverhalten, nicht die sexuelle Orientierung.

  5. Der Verband saarländischer Karnevalsvereine hat mit 45 Ja-, 3 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen gleichgeschlechtliche Paare bei der Prinzenwahl zugelassen. Im Januar war das Prinzessinnenpaar Heike II. und Ute I. unter Verweis auf Tradition ausgeschlossen worden, was Proteste und einen Shitstorm auslöste.

  6. Nach Trumps Erwähnung der rechtsextremen Proud Boys in der US-Präsidentschaftsdebatte am 29. September übernahmen Twitter-Nutzer, angestoßen u. a. von George Takei, den Hashtag #ProudBoys mit Bildern küssender schwuler Paare und Regenbogenfamilien. Die Proud Boys reagierten mit mehr LGBTI-feindlichen Posts.

  7. Trump hat die 48-jährige Juristin Amy Coney Barrett als Richterin am Supreme Court nominiert; die Anhörung im US-Senat läuft. Barrett gilt als Gegnerin von LGBTI-Rechten und wird von Demokrat*innen inklusive Kamala Harris abgelehnt. Befürchtet wird, dass Urteile zur Ehe für alle gekippt werden könnten.

  8. Petra De Sutter wurde in Belgien als vermutlich erste trans Ministerin der Welt vereidigt, zuständig für Beamtenangelegenheiten und öffentliche Betriebe. Die rechtsextreme Opposition bezeichnete sie als „Personifizierung des kulturellen Marxismus“, was in Belgien Empörung auslöste.

september 20

7 meldungen ganze folge
  1. Bei den Emmys wurden queere Formate ausgezeichnet: Queer Eye zum dritten Mal in Folge als strukturierte Reality-Show, RuPaul's Drag Race für Casting und Schnitt. Nominiert waren u. a. auch Orange Is the New Black, Modern Family und Schitt's Creek.

  2. Star Trek: Discovery hat das Casting für eine nichtbinäre und eine transmaskuline Figur abgeschlossen; sie werden von Personen mit passender Geschlechtsidentität gespielt. Frühere queere Darstellungen im Franchise wurden vom Sendermanagement ausgebremst.

  3. Für den Oscar als bester Film gelten ab 2024 neue Regeln: Produktionen müssen zwei von vier Kategorien zur Repräsentation von Minderheiten, darunter LGBTQ, erfüllen. Kritiker bemängeln, die Regeln seien so breit, dass drei Viertel früherer Gewinner zulässig blieben.

  4. Bei einer Wiener Demonstration gegen Corona-Maßnahmen wurde auf der Bühne eine Regenbogenfahne zerrissen und queere Menschen wurden als Kinderschänder bezeichnet. Ein Verein und Landeshauptmann Kaiser erstatteten Anzeige wegen Verhetzung; Kaiser wurde danach in sozialen Medien angegriffen.

  5. Ein trans Schüler wurde nach seinem Coming-out 2015 an der Freien Evangelischen Bekenntnisschule Bremen schikaniert: Sein neuer Name wurde verboten, es gab Gebete für seine „Heilung“ und die Empfehlung einer Konversionstherapie. Gegen Schule und Schulleitung wird wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen ermittelt.

  6. TikTok soll queere Inhalte und Hashtags verstecken (Shadowbanning). Ein australisches Institut wies nach, dass queere Tags in mindestens acht Sprachen zensiert werden; TikTok bestreitet politische Interessen.

  7. Der ARD-Jugendsender Fritz (rbb) spricht ab diesem Monat in den Nachrichten experimentell das Gendersternchen aus. Die Senderleitung ist auf Beschwerden vorbereitet; die Gesellschaft für deutsche Sprache hatte bereits die Aufnahme ins Duden kritisiert.

august 20

8 meldungen ganze folge
  1. In Österreich steht erstmals „inter“ statt männlich oder weiblich auf einer Geburtsurkunde. Alex Jürgen erstritt das nach vier Jahren Rechtsstreit; er wurde als intersexuelles Kind operiert. Der Eintrag ist nur mit medizinischem Gutachten möglich; der UN-Kinderrechtsausschuss rügte Österreich.

  2. Die Demokratische Partei wirbt vor der US-Wahl am 3. November mit dem LGBTI-freundlichsten Wahlprogramm der US-Geschichte: Verbot von Konversionstherapien, bessere Antidiskriminierungsgesetze, Ende von Trumps Verbot von trans Menschen im Militär. Die Republikaner fordern u. a., die Eheöffnung rückgängig zu machen.

  3. Die EU streicht erstmals Gelder für Polen: Gleichstellungskommissarin Helena Dalli entzieht sechs polnischen Gemeinden Zuschüsse von jeweils etwa 5.000 bis 25.000 Euro, nach Berichten über „LGBTI-freie Zonen“. Kommissionspräsidentin von der Leyen unterstützt das; polnische Politiker nannten es rechtswidrig.

  4. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will die Ergebnisse einer Studie zum Umgang mit Homosexualität in der Bundeswehr vorlegen und per Gesetz Soldaten rehabilitieren, die wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilt wurden. Sie sollen entschädigt werden, ohne Anrechnung auf Sozialleistungen.

  5. Die LGBT*-Community kritisiert Pinkwashing: Firmen schmücken sich zur Pride-Saison mit Regenbogen, nutzen Gesichter von Aktivist*innen oft unbezahlt und teilen Gewinne kaum mit queeren Projekten. Es gibt aber auch positive Firmenbeispiele; empfohlen wird nachzufragen, wer profitiert.

  6. Die französische Nationalversammlung hat mit 60 zu 37 Stimmen den Paragraphen im neuen Bioethikgesetz angenommen, der lesbischen Paaren und unverheirateten Frauen Zugang zur künstlichen Befruchtung gibt. Präsident Macron unterstützt die Reform; der Senat muss noch zustimmen.

  7. Der US-Sänger und Songwriter Avery Wilson, bekannt aus der Castingshow The Voice (Staffel 2016), hat sich zu seinem 25. Geburtstag als bisexuell geoutet, zunächst knapp auf Twitter, später ausführlicher auf Instagram.

  8. RTL hat für die zweite Staffel der schwulen Dating-Show „Prince Charming“ den Marketingmanager Alexander „Alex“ Schäfer aus Frankfurt als neuen Prinzen bekanntgegeben. Die erste Staffel mit Nicolas Puschmann gewann den Grimme-Preis; Start der neuen Staffel ist im Herbst, zuerst bei TV Now.

juli 20

10 meldungen ganze folge
  1. Die frühere kanadische Nationalschwimmerin Martha McCabe, die bis 2017 im Nationalteam schwamm und 2011 in Shanghai Bronze gewann, hat sich im Vormonat gegenüber CBC als lesbisch geoutet, um Vorbild zu sein.

  2. Wien soll ein queeres Jugendzentrum bekommen, da bestehende Angebote der offenen Jugendarbeit keinen queeren Schwerpunkt haben und ehrenamtliche Anlaufstellen überlaufen sind. Verwiesen wird auf das höhere Suizid- und Gewaltrisiko queerer Jugendlicher.

  3. J.K. Rowling hat in Tweets Hormontherapie für trans und nicht-binäre Menschen mit Konversionstherapie gleichgesetzt; die Äußerungen gelten als transfeindlich.

  4. In der neuen Netflix-Serie „The Baby-Sitters Club“ outet sich in Episode 3 die neunjährige Bailey als trans; die Rolle wird von einem trans Mädchen gespielt, dessen Mutter gelernt hat, ihre Tochter zu akzeptieren.

  5. Der Ministerrat in Thailand hat ein Gesetz für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften beschlossen, noch ohne Zustimmung des Parlaments. Es sieht weitgehend ähnliche Rechte wie für Ehepaare vor, außer steuerlichen Vorteilen.

  6. In Polen wurde eine LGBTI-Aktivistin in Handschellen und ohne Schuhe in ein Auto ohne Kennzeichen gebracht; ihr wird Vandalismus an einem anti-queeren Bus vorgeworfen. Sie kam auf Kaution frei. Zudem wird gegen Studierende ermittelt, die sich über eine homofeindliche Dozentin beschwert hatten.

  7. In Russland wird mit angeblich 78 Prozent Zustimmung eine Verfassung umgesetzt, die Putin bis mindestens 2035 im Amt hält und die Ehe als Verbindung von Mann und Frau definiert. Zudem nehmen Hetze, Verbote und Ermittlungen gegen gleichgeschlechtliche Eltern zu.

  8. In Hannover scheiterte die geplante Nominierung von Roland Gottschalk und seinem Partner als Karnevals-Prinzenpaar an mindestens zwei von elf Ratsmitgliedern, die sich auf Tradition beriefen. Das Komitee unterstützt das Paar.

  9. Eine 16-köpfige Jury hat sich für ein Wiener Mahnmal für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes für eine Skulptur des britischen Künstlers Marc Quinn entschieden (zwei Hände mit je zwei Frauen bzw. zwei Männern). Die Community wurde einbezogen.

  10. In Österreich liegt ein nicht bindender Entschließungsantrag vor für besseren Schutz queerer Asylsuchender (Schulungen, sichere Unterbringung), bessere Erfassung von Hate Crime gegen LGBTIQ-Menschen und Präventionsschulungen der Polizei.

juni 20

9 meldungen ganze folge
  1. Ein Tweet des offiziellen Nickelodeon-Accounts zum Pride Month zeigte Figuren im Regenbogenlook, darunter die bisexuelle Korra, eine trans Figur aus Henry Danger und SpongeBob. Über SpongeBobs Orientierung wird seit 2002 diskutiert; Serienautor Hillenburg hatte damals eine sexuelle Orientierung verneint.

  2. Am Rostocker Rathaus darf keine Regenbogenflagge gehisst werden; die Anordnung stammt vom CDU-geführten Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern unter Verweis auf die Beflaggungsverordnung. Der parteilose Oberbürgermeister wollte die Flagge hissen. Ähnliches gab es 2015 in Sachsen und 2017 in Cottbus.

  3. Der Schweizer Nationalrat hat mit 132 von 197 Stimmen für die Ehe für alle gestimmt, inklusive Reformen im Abstammungs- und Adoptionsrecht und Samenspende für gleichgeschlechtliche Paare. Der Ständerat muss noch abstimmen, am Ende entscheidet ein Referendum.

  4. Der Schweizer Ständerat hat für eine einfachere Änderung des Geschlechtseintrags gestimmt: Künftig soll eine Erklärung vor dem Standesamt genügen. Minderjährige brauchen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten; eine dritte Option oder die Löschung des Eintrags gibt es nicht.

  5. In Deutschland gab es kürzlich eine Demo für ein Selbstbestimmungsgesetz; die Grünen haben ein Gesetz vorgeschlagen, das das Transsexuellengesetz aus den 1980er-Jahren ersetzen soll. Kritisiert werden die Hürden und Gutachten des TSG sowie dass inter und nichtbinäre Menschen nicht mitgedacht werden.

  6. Der Bundesgerichtshof hat den Eintrag „divers“ bzw. die Streichung des Geschlechtseintrags auf intergeschlechtliche Menschen mit ärztlichem Attest beschränkt; für nichtbinäre Menschen gilt weiter das TSG mit zwei Gutachten. Der LSVD kritisierte das. Am 19. Juni begann die Debatte über Anträge zur Aufhebung des TSG.

  7. In Wien läuft ein Prozess gegen drei aus Rumänien eingereiste Angeklagte, die in Luxus-Fitnessstudios Spinde aufgebrochen und teure Uhren gestohlen haben sollen. Die Verteidigung sagt, die Männer hätten dort andere Männer kennenlernen wollen; DNA-Spuren fehlen, bei Schuldspruch drohen bis zu drei Jahre Haft.

  8. Das Wiener Schülerprojekt „Flag Included“ will Sichtbarkeit und Akzeptanz von LSBTI-Schüler*innen fördern: Schulen erhalten kostenlos spendenfinanzierte Pakete mit Lehrmaterial und einer Regenbogenfahne. Bisher nehmen 24 Schulen aus drei Bundesländern teil; Workshops und Fortbildungen sind geplant.

  9. Grindr hat den Ethnienfilter der kostenpflichtigen Version gelöscht, anlässlich des Pride Month und der Black-Lives-Matter-Proteste. Das Unternehmen verband dies mit einem Statement gegen Rassismus und dem Hinweis auf die von schwarzen trans Frauen angeführten Stonewall-Riots.

mai 20

7 meldungen ganze folge
  1. Das queere Jugendzentrum Anyway in Köln ist durch Corona in finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil Eigenmittel wegbrachen und die Digitalisierung des Programms zusätzliche Kosten verursacht. Spenden sind über www.anyway-koeln.de möglich.

  2. In Fernsehserien für Kinder und Jugendliche wird zunehmend Vielfalt gezeigt; nicht mehr nur der weiße, dünne cis-hetero Junge ist der Held. Vielfältige Rollenbilder und Familienformen gelten als wichtig.

  3. Der Bundestag hat einen Gegner der Ehe für alle zum neuen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts gewählt. Als CDU-Abgeordneter stimmte er gegen die Ehe für alle, weil sie seiner Aussage nach verfassungswidrig sei.

  4. In Ungarn wurde ein Gesetz verabschiedet, das trans- und intergeschlechtlichen Menschen die Änderung ihres Personenstands verbietet; künftig soll das Geburtsgeschlecht im Personalausweis festgehalten werden. Genannt wird die Gefahr von Gewalt durch Zwangsouting.

  5. In Polen soll Sexualkundeunterricht unter Strafe gestellt werden; Lehrkräfte und LSBTIQ-Aktivist*innen, die ihn durchführen, sollen als Pädophile eingestuft werden. Begründet wird dies mit der Radikalisierung von Kindern. Mindestens ein Drittel der Städte ist als LGBTQ-freie Zone ausgewiesen.

  6. Der Bundestag hat ein Teilverbot von Konversionstherapien beschlossen: Verboten sind Interventionen zur Änderung der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität nur bei Kindern und Jugendlichen; Eltern bleiben ausgenommen, solange sie ihre Fürsorgepflicht nicht verletzen. Dazu kommt ein Werbeverbot.

  7. Der CSD in Wien findet trotz Corona als Autokorso mit 100 angemeldeten Teilnehmenden statt, am 27. Juni, zeitgleich mit dem ersten Global Pride, der per Livestream Beiträge aus Städten wie Bangkok, Mexiko, Kapstadt und Sydney zeigt.

april 20

7 meldungen ganze folge
  1. In Polen haben sich 16 Regierungsbezirke, 37 Landkreise und 55 Gemeinden zu LGBTIQ-freien Zonen erklärt; wer das als Menschenrechtsverletzung bezeichnet, wird bereits strafrechtlich verfolgt. Der LSVD rief deutsche Partnerstädte auf, ihre Partnerschaften zu überdenken.

  2. Ungarns Ministerpräsident Orbán hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem in Ausweisdokumenten das Geschlecht bei der Geburt eingetragen und nicht mehr änderbar sein soll. Begründet wird dies damit, dass eine völlige Änderung der Geschlechtsmerkmale unmöglich sei.

  3. Laut Regierungsbeschluss sind bis Ende August keine Großveranstaltungen erlaubt, die CSDs in Berlin, München und Frankfurt sind abgesagt, der Kölner CSD wurde auf Oktober verlegt. Auch die Eurogames Düsseldorf werden ohne neuen Termin verlegt; andere Veranstalter beraten noch.

  4. Die LGBT-orientierte Jobmesse Sticks and Stones findet erstmals komplett virtuell statt, vom 23. bis 29. Juni, und bietet Unternehmen mit LGBT-positiver Kultur kostenlose Standplätze. Die Messe gibt es seit 2009 in Berlin; 2019 kamen 2.500 Besucher.

  5. Das unter Schirmherrschaft der Aidshilfe entstandene Projekt „Ich weiß was ich tu“ gibt die Broschüre „Schwul. Trans*. Teil der Szene!“ für trans und nichtbinäre Mitglieder der schwulen Szene heraus. Sie umfasst 44 Seiten mit Begriffserklärungen, Tipps und Safer-Sex-Informationen und ist als PDF erhältlich.

  6. Ein kanadisches Gericht hat die Klage von Carrie Simpson abgewiesen, die sich gegen das Hissen der Regenbogenflagge im Pride Month in ihrer Heimatstadt Langley richtete, weil die Flagge für Hass auf Christen stehe. Simpsons weitere Klagen blieben ebenfalls erfolglos.

  7. Der taiwanische queere Streamingdienst GagaOOLala, bisher in 21 asiatischen Ländern verfügbar, weitet sich im Mai auf 190 Länder aus. Anlass ist die Eheöffnung in Taiwan; zudem will der Dienst Plattform für queere Filmfestivals werden, die wegen Corona nicht stattfinden können.

podcast | märz 20

7 meldungen ganze folge
  1. Gleichgeschlechtliche Elternpaare gelten trotz Ehe für alle nicht automatisch gemeinsam als Eltern; laut Bundesgerichtshof bleibt ohne Reform des Abstammungsrechts nur die Stiefkindadoption. Verena und Gesa Ackermann aus Hildesheim klagen, weil nur Gesa als Mutter ihrer Tochter anerkannt wird.

  2. Polen hat wegen Corona die Grenzen geschlossen; ausgenommen sind Ehepartner, Kinder und Eltern polnischer Staatsbürger, im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen werden aber nicht anerkannt. Eine Spanierin durfte deshalb nicht zu Partnerin und Kind einreisen. Witold Sadowy outete sich mit 100 als schwul.

  3. Wegen Corona gehen die Blutspenden zurück, das Rote Kreuz sieht die Versorgung nur noch auf niedrigstem Niveau gesichert. Homosexuelle und trans Menschen dürfen jedoch nur nach einem Jahr Enthaltsamkeit spenden; FDP und Grüne fordern Ausschlusskriterien nach realem Risikoverhalten.

  4. Der Göttinger Aktivist Daniel Frauenberger ist seit einer Wanderung am 15. März in Schulenberg im Oberharz verschwunden; Polizei, Feuerwehr und Bergwacht suchten bislang erfolglos. Hinweise nimmt die Polizei Goslar entgegen.

  5. Dating-Apps wie Grindr, Tinder und Scruff reagieren auf die Corona-Lage mit WHO-Informationen und Warnhinweisen. OkCupid stellt eine Frage zur Date-Planung in Zeiten des Coronavirus, deren Antworten kein persönliches Treffen vorsehen.

  6. Dem Bürgermeisterkandidaten im bayerischen Buchloe, einem CSU-Politiker, wurde mit einem Outing gedroht, falls er nicht zurückzieht. Er erstattete Anzeige und erklärte auf Facebook, er sei hetero, aber gegen jede Diskriminierung; am 29. März steht er in der Stichwahl.

  7. Die Hollywood-Schauspielerin Rosario Dawson hat sich in einem Magazininterview als bisexuell geoutet, nachdem ein Instagram-Post von 2018 zum Pride Month Spekulationen ausgelöst hatte. Sie ist LGBTI-Aktivistin und Partnerin von Senator Cory Booker.

februar 20

6 meldungen ganze folge
  1. Die schwule Webserie Kuntergrau ist vom Land NRW als Engagement des Monats Januar ausgezeichnet und damit für den Engagementpreis NRW 2020 (3.000 Euro) nominiert. Die seit 2014 laufende Serie gehört zum Kölner Jugendzentrum Anyway; eine dritte Staffel ist für 2020 geplant.

  2. Der Chefredakteur der Magdeburger Volksstimme, Alois Kösters, behauptet, im Kompetenzzentrum für geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe fehle Qualitätssicherung und es gebe zu viele Seminare zu sexueller Vielfalt. Belege gibt es nicht; die Leiterin ist promoviert und lehrt an Hochschulen.

  3. Im konservativen, mormonisch geprägten US-Bundesstaat Utah sind Konversionstherapien verboten worden. Das Verbot gilt nur für staatlich lizenzierte Therapeuten, nicht für religiöse Seelsorger; die Kirche stimmte zu. LGBTI-Organisationen hoffen auf Vorbildwirkung.

  4. In der Schweiz haben 62 Prozent in einer Abstimmung für ein Gesetz gegen Homophobie gestimmt. Öffentliche Diskriminierung wie Gewaltaufrufe im Netz oder die Verweigerung von Dienstleistungen wegen der sexuellen Orientierung ist nun mit bis zu drei Jahren Haft strafbar.

  5. Die Schauspieler Miles Heizer und Connor Jessup („Tote Mädchen lügen nicht“, „Locke & Key“) sind ein Paar. Jessup gab die Beziehung zum Valentinstag bekannt, nachdem Fans länger spekuliert hatten.

  6. Beim Wettbewerb „Love is Love“ des Aktionsbündnisses gegen Homophobie e.V., bei dem queere Projekte per Kurzvideo bis zu 1.000 Euro gewinnen konnten, belegte GOQUEER (getragen vom LSVD Sachsen-Anhalt) Platz 3. Platz 1 ging an das Projekt Queertausch des AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

januar 20

9 meldungen ganze folge
  1. GLAAD zeichnet Janet Mock und Taylor Swift aus. Die trans Produzentin und TV-Gastgeberin Janet Mock erhält den Stephen F. Kolzak Award, Taylor Swift den Vanguard Award für ihr Engagement für LGBTI-Rechte, unter anderem ihre Petition für ein USA-weites Antidiskriminierungsgesetz und das Video „You Need to Calm Down“.

  2. In „Der Aufstieg Skywalkers“ wurde in Singapur und Dubai eine kurze Szene geschnitten, in der sich zwei Frauen im Hintergrund küssen. Regisseur J. J. Abrams hatte ein gleichgeschlechtliches Paar angekündigt. Singapur verbietet die gleichgeschlechtliche Ehe; der Film erhielt eine Freigabe ab 13 statt ab 18.

  3. In Brasilien sollte das Netflix-Original „Die erste Versuchung Christi“, in dem Jesus nach 40 Tagen in der Wüste mit seinem Freund zurückkehrt, nach Protesten religiöser Gruppen verboten werden. Das Verbot hielt einen Tag: Das Oberste Gericht entschied, eine Satire zerstöre keine 2000 Jahre alten Werte.

  4. Der junge Friseur Kevin Bacon verabredete sich an Heiligabend über Grindr zu einem Date und wurde vier Tage später ermordet aufgefunden; das Date soll ihn erstochen und Teile der Leiche verspeist haben. Jeffree Star spendete 20.000 Dollar für die Beerdigung, auch Schauspieler Kevin Bacon äußerte sich.

  5. Ein britisches Ehepaar aus zwei Männern wurde auf seiner Hochzeits-Kreuzfahrt von TUI-Personal wiederholt diskriminiert: getrennte Betten, Spott, verweigerter Service an der Bar, trans- und rassismusfeindliche Witze. TUI bot eine Mahlzeit und Champagner als Entschädigung an und will den Fall aufklären.

  6. Das Verfassungsgericht in Belize hat das Verbot von Homosexualität aufgehoben; Belize ist damit das letzte Land Mittelamerikas, das ein solches Verbot für verfassungswidrig erklärt. Sex zwischen Männern war 1988 bis 2003 legal, danach mit bis zu zehn Jahren Haft strafbar. Ausländern kann die Einreise verwehrt werden.

  7. In Sambia wurden zwei schwule Männer nach Folter wegen gleichgeschlechtlichen Sex zu 15 Jahren Haft verurteilt. US-Botschafter Daniel Foote kritisierte Urteil und Gesetzgebung; Sambias Präsident erklärte ihn zur Persona non grata, die US-Regierung zog ihn ab. Erwähnt werden die Rolle der Kirche und die hohe HIV-Rate.

  8. Das Gerücht in rechten Online-Foren, Soja verweibliche Männer, wurde durch Burger Kings fleischlosen „Impossible Whopper“ neu befeuert. Phytoöstrogene sind jedoch nicht dasselbe wie Östrogen; es handelt sich um rechte Fake-News-Propaganda.

  9. Der Reality-Star Roddy Alves, bekannt als „Human Ken“ (über 100 Schönheits-OPs, aus Brasilien stammend, in Großbritannien lebend), hat sich am 5. Januar als Frau geoutet und weitere geschlechtsangleichende Operationen angekündigt. 2018 flog sie bei Celebrity Big Brother wegen rassistischer Schimpfwörter raus.

jahresrückblick 2019

22 meldungen, rückblick ganze folge
  1. Die Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen befragt in Kooperation mit der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Mittweida LSBTI-Menschen zu ihren Gewalterfahrungen. Die unabhängige Studie läuft bis 15. Februar; die Teilnahme ist per Fragebogen oder online möglich.

  2. Laut dem Londoner Evening Standard schneidet Emirates im Bordprogramm Szenen gleichgeschlechtlicher Paare aus Filmen wie „Lady Bird“ und der BBC-Serie „Killing Eve“ heraus, obwohl die Airline 2017 Nichtdiskriminierung erklärt hatte.

  3. Der US-Kabelsender Bravo plant eine Neuauflage der Serie „Queer as Folk“, basierend auf dem britischen Channel-4-Original von 1999/2000, das in Deutschland auf ProSieben lief, mit neuen Figuren und neuem Setting.

  4. Der offen schwule Bilal Hassani (19) hat den französischen ESC-Vorentscheid per Televoting gewonnen. Es folgten rassistische und homophobe Hasskommentare und Drohungen; LGBTQ-Organisationen sammelten über 1.500 Tweets und leiteten rechtliche Schritte ein. Ein konservativer Senator forderte seinen Ausschluss.

  5. Der US-Sender Showtime produziert eine weitere Staffel der lesbischen Serie „The L Word“; die Hauptdarstellerinnen der ersten sechs Staffeln kehren zurück und sind mit der Serienerfinderin ausführende Produzentinnen. Ob sie in Deutschland läuft, ist offen; frühere Staffeln liefen auf ProSieben, dann auf sixx.

  6. Bei „Let's Dance“ tritt erstmals ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar an: Schlagersängerin Kerstin Ott knüpfte ihre Teilnahme daran, mit einer Frau zu tanzen. In Österreich gab es schon 2011 ein Männer-Tanzpaar und dieses Jahr wieder ein gleichgeschlechtliches Paar. Start ist am 15. März auf RTL bzw. ORF.

  7. Der „Schwulenparagraph“ 175, der ab 1872 Sex zwischen Männern unter Strafe stellte und zu rund 140.000 Verurteilungen führte, wurde vor 25 Jahren, 1994, vollständig abgeschafft.

  8. Der 22-jährige US-Schwimmer Jacob Abbott aus Minnesota hat sich vier Jahre nach seinem ebenfalls schwulen Zwillingsbruder geoutet, indem er nach einem Turnier seinem Freund in die Arme fiel. Die Eltern akzeptieren es; er sieht sich als Vorbild im Sport.

  9. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich an Karneval beim Stockacher Narrengericht (SWR) über Unisex-Toiletten für das „dritte Geschlecht“ lustig gemacht. Der Grünen-Politiker Sven Lehmann schickte ihr daraufhin einen offenen Brief.

  10. Seit dem 1. September übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der HIV-Prophylaxe PrEP samt Begleituntersuchungen für Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko. Die Deutsche Aidshilfe begrüßt dies als Meilenstein, bemängelt werden fehlende Schwerpunktpraxen.

  11. Der erste Pride in Bosnien-Herzegowina verlief Anfang September in Sarajevo unter dem Motto „Wir wollen rauskommen“ und großem Polizeischutz friedlich; bis zu 2.000 Menschen nahmen teil, Gegner hatten vorab demonstriert. Sarajevo war die letzte Hauptstadt Ex-Jugoslawiens ohne Pride.

  12. Einer Studie eines internationalen Forscherteams zufolge gibt es kein einzelnes „Schwulen-Gen“, sondern viele genetische Varianten mit jeweils geringem Anteil; Genetik erklärt nur einen Teil sexuellen Verhaltens.

  13. Ein 23-Jähriger aus Riad wurde wegen eines auf Snapchat und Twitter geteilten Badehosenbilds angeblich wegen Verbreitens von Nacktheit angeklagt. Er war schon früher verurteilt worden; im Netz kursiert ein #Free-Hashtag.

  14. Präsident Jair Bolsonaro hatte die Förderung von LGBTI-Filmen in Brasilien gestoppt; eine Bundesrichterin erklärte den Stopp für ungültig. Betroffen wären 80 Produktionen gewesen, darunter eine Doku über trans Personen. Der Kulturstaatssekretär trat zurück.

  15. Die Coca-Cola-Plakatkampagne „#LoveIsLove – Zero Zucker, Zero Vorurteile“ in Budapest mit homo- und heterosexuellen Paaren gilt in Ungarn als gesetzwidrig und jugendgefährdend und wird bestraft. Coca-Cola prüft Schritte, die LSBTI-Bewegung hält die Strafe für verfassungswidrig.

  16. Gesundheitsminister Jens Spahn hat einen Gesetzentwurf zum Verbot von Konversionstherapien vorgelegt: Verbot bei Minderjährigen, bei Erwachsenen nur eingeschränkt zulässig, Geldstrafen oder bis zu ein Jahr Haft. Der Entwurf folgt Empfehlungen der Magnus-Hirschfeld-Stiftung; Gegner sind unter anderem der Bibelbund.

  17. Der Schauspieler Brian J. Smith („Sense8“) hat sich im Interview mit dem britischen Magazin Attitude als schwul geoutet. Er beschreibt Isolation und Angst in seiner Jugend in Texas; seine Eltern reagierten positiv.

  18. Manfred Bruns ist am 22. Oktober mit 85 Jahren gestorben. Gewürdigt werden fast 30 Jahre LSVD-Engagement (Bundesvorstand, Mitgründer der Hirschfeld-Eddy-Stiftung), seine liberale Aids-Politik, die Rehabilitierung der nach § 175 Verfolgten, seine Arbeit am Transsexuellengesetz und das Bundesverdienstkreuz.

  19. Bei der Generalaussprache im Bundestag am 27. November kritisierte der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs einen AfD-Redner wegen Misgenderns von Claudia Roth und sagte, ihm stehe der Rechtsextremismus bis zum Hals. Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch reagierte mit einer Hand-über-den-Hals-Geste.

  20. Der Kölner CSD wählt zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit 2020 das an die Nationalhymne angelehnte Motto „Einigkeit, Recht, Freiheit“. Online gab es Nationalismus-Kritik; der CSD will patriotische Werte nicht den Rechten überlassen.

  21. Eine trans Frau in Schleswig-Holstein fand an ihrer Wohnungstür einen Zettel mit Morddrohung. Die dgti spricht von keinen Einzelfällen mehr und verweist auf einen Anstieg der Hasskriminalität gegen LSBTI um 50 Prozent in einem Jahr.

  22. Im November wurde in Oppenheim mit dem Bild einer trans Frau zu Gewalt gegen sie aufgerufen.

dezember 19

9 meldungen ganze folge
  1. Lil Nas X steht mit „Old Town Road“ auf Platz eins der deutschen Jahrescharts. Der 20-jährige schwule Rapper (bürgerlich Montero Lamar Hill) outete sich im Juni und ist für sechs „Emmys“ nominiert. Der Erfolg ist bemerkenswert, weil Country traditionell weiß dominiert ist.

  2. Eine trans Frau in Schleswig-Holstein fand an ihrer Wohnungstür einen Zettel mit Morddrohung. Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität spricht von keinen Einzelfällen mehr und verweist auf einen Anstieg der Hasskriminalität gegen LSBTI um 50 Prozent innerhalb eines Jahres.

  3. Im November wurde in Oppenheim mit dem Bild einer trans Frau zu Gewalt gegen sie aufgerufen.

  4. RB-Trainer Nagelsmann war auf der Weihnachtsfeier des queeren Leipziger Fanclubs Rainbow Bulls und äußerte sich offen und positiv zu Coming-outs und Homosexualität im Fußball: Er begrüße Coming-outs, wolle geoutete Spieler unterstützen, und das Thema solle nicht länger ausgeklammert werden.

  5. Plakate im offiziellen BVB-Design mit dem Hashtag #GemeinsamGegenHomophobie und dem Motto „Jede Liebe ist echte Liebe“ zieren die Dortmunder Innenstadt. Die Aktion stammt nicht vom BVB selbst; der Verein unterstützt sie aber und hat in sozialen Medien klar Position gegen Homophobie bezogen.

  6. Bei der Generalaussprache im Bundestag am 27. November kritisierte der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs einen AfD-Redner, der Claudia Roth misgendert habe, und sagte, ihm stehe der Rechtsextremismus bis zum Hals. Beatrix von Storch (AfD) fuhr sich daraufhin mit der Hand über den Hals und sieht sich missverstanden.

  7. Auf einer katholischen Fachkonsultation in Berlin haben sich Deutschlands Bischöfe offiziell gegen „Homoheilung“ positioniert: Homosexualität sei eine normale Ausprägung menschlicher Sexualität, Diskriminierung und Veränderungsversuche seien unzulässig. Umstritten bleibt die praktizierte Homosexualität.

  8. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare neu geregelt: Statt allein des Pfarrers entscheidet künftig die Gemeinde (Gemeinderat plus Pfarrer); der Pfarrer kann aus Gewissensgründen weiterhin verweigern. Die Kirche bittet, alle rechtsgültigen Ehen zu segnen.

  9. Der CSD Köln hat für 2020 zum 30. Jubiläum der Deutschen Einheit ein an die Nationalhymne angelehntes Motto vorgestellt: „Einigkeit, Recht, Freiheit“. Online gab es Kritik wegen angeblicher Nähe zum Nationalismus; der CSD will die Definition patriotischer Werte nicht den Rechten überlassen.

november 19

8 meldungen ganze folge
  1. Manfred Bruns ist am 22. Oktober mit 85 Jahren gestorben. Er war fast 30 Jahre im LSVD aktiv, im Bundesvorstand und als Gründungsstifter der Hirschfeld-Eddy-Stiftung. Gewürdigt werden seine liberale Aids-Politik, die Rehabilitierung der nach § 175 Verfolgten und das Bundesverdienstkreuz.

  2. Brian J. Smith, bekannt aus „Sense8“, hat sich im britischen Magazin Attitude als schwul geoutet. Er beschreibt Isolation und Angst in seiner Jugend in Texas; seine Eltern reagierten positiv, und er will als Prominenter Trost und Bestätigung geben. Er ist auch in „World on Fire“ und „Treadstone“ zu sehen.

  3. Laut GLAAD sind 10,2 Prozent der fiktiven Figuren in Serien zur Hauptsendezeit der fünf größten US-Sender schwul, lesbisch, bi oder trans (Vorjahr 8,8, davor 6,4 Prozent). Kritisiert wird, dass nur drei Kabelsender queere Figuren zeigen und dass bei Streaming-Eigenproduktionen weniger Trans-Figuren vorkommen.

  4. Die zweite Staffel der Netflix-Serie „Pose“ läuft in Deutschland. Sie spielt 1990 in New York in der Ballroom-Kultur queerer Afroamerikaner und Latinos zur Zeit der Aids-Epidemie; viele Trans-Personen wirken vor und hinter der Kamera mit.

  5. Seit dem 30. Oktober läuft auf dem RTL-Streamingdienst TV Now „Prince Charming“, ein Bachelor-ähnliches Format, das als erste schwule Dating-Serie Deutschlands beworben wird: 20 Männer werben in neun Folgen an der griechischen Küste um den 28-jährigen Prince Charming, es gibt Krawatten statt Rosen.

  6. Die trans Frau Diana O. sitzt seit sechs Monaten in U-Haft im Männergefängnis München-Stadelheim, obwohl sie laut Ausweis als Frau anerkannt ist; Operationen stehen noch aus. Sie ist in Einzelhaft. Der Prozess wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz hat begonnen, ihr Anwalt hofft auf Freispruch.

  7. Der Antrag von Grünen, Linken und FDP, sexuelle Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes aufzunehmen, macht Fortschritte: Die Union lehnt ihn erstmals nicht mehr grundsätzlich ab, damit wäre die Zweidrittelmehrheit erreichbar. Die AfD bleibt bei ihrer Ablehnung.

  8. Gesundheitsminister Spahn hat einen Gesetzentwurf zum Verbot von Konversionstherapien vorgelegt: Bei Minderjährigen vollständig verboten, bei einwilligungsfähigen Erwachsenen nur eingeschränkt zulässig, bei Täuschung oder Drohung unzulässig. Es drohen bis zu ein Jahr Haft oder hohe Geldstrafen.

oktober 19

8 meldungen ganze folge
  1. Der 23-jährige Souheil Al Jamil aus Riad wurde wegen eines Badehosenbildes auf Snapchat und Twitter angeblich wegen Verbreitens von Nacktheit angeklagt. Früher sei er schon verurteilt worden und habe die Strafe durch Auswendiglernen von Koranversen abgewendet. Im Netz kursiert #FreeSouheil.

  2. Der neue ukrainische Präsident Selenskyj wurde auf einer Konferenz von einem älteren Mann mit Kruzifix unterbrochen, der das Ende eines angeblichen George-Soros-Programms forderte, das Homosexualität fördere. Selenskyj entgegnete, man lebe in einer offenen Gesellschaft und solle Menschen in Frieden leben lassen.

  3. Zur Besetzung des Netflix-Films „The Prom“ um eine lesbische Schülerin, die vom Abschlussball ausgeschlossen wird, mit Meryl Streep, Nicole Kidman und Regisseur Ryan Murphy kommt nun Kerry Washington hinzu.

  4. Eine Bundesrichterin hat den Stopp der LGBTI-Filmförderung in Brasilien für ungültig erklärt. Präsident Jair Bolsonaro hatte sie als rausgeschmissenes Geld bezeichnet und gestoppt; betroffen wären rund 80 Produktionen gewesen, darunter eine Doku über Transpersonen. Der Kulturstaatssekretär trat zurück.

  5. Mattel hat in der Woche vom 23. September die Puppenreihe „Creatable World“ mit abnehmbaren Perücken und Outfits aus Hosen und Kleidern veröffentlicht. Ein Mattel-Vizepräsident sagte, Kinder wollten keine von Geschlechternormen bestimmten Puppen; man wolle auch Kinder ansprechen, die sich als trans identifizieren.

  6. Coca-Cola musste in Ungarn für eine Werbekampagne mit dem Slogan „Love is Love“ Strafe zahlen; sie verstoße gegen Gesetze und beeinträchtige Jugendliche. Die Plakate in Budapest zeigten homo- und heterosexuelle Paare. Coca-Cola prüft nächste Schritte, die LSBTI-Bewegung hält die Strafe für verfassungswidrig.

  7. Laut einer Kleinen Anfrage der Linken, die BuzzFeed vorliegt, haben sich queerfeindliche Straftaten in Deutschland seit 2013 mehr als verdoppelt, vor allem Körperverletzungen und Volksverhetzungen. Die Bundesregierung sei gefordert, die Polizei solle geschult werden.

  8. Ugandas Ethikminister will auch Menschen bestrafen, die Homosexualität verbreiten, und am 28. Oktober einen Entwurf für die Todesstrafe ins Parlament einbringen. Bisher drohen bei homosexuellen Handlungen bis zu 14 Jahre Haft; Menschenrechtler warnen vor Gewalt.

september 19

8 meldungen ganze folge
  1. In Gera haben Unbekannte während der CSD-Aktionswochen die Regenbogenflagge vom Rathaus entfernt und durch eine Deutschlandfahne ersetzt. Die Veranstalter:innen hängten eine neue Regenbogenflagge daneben und werteten die Tat als Statement gegen Vielfalt; die Stadt nahm die Deutschlandfahne ab.

  2. Der erste Pride in Bosnien-Herzegowina fand Anfang September in Sarajevo unter dem Motto „Wir wollen rauskommen“ statt, friedlich und unter großem Polizeischutz; nach Schätzungen kamen bis zu 2.000 Menschen. Gegner:innen hatten vorab demonstriert. Sarajevo war die letzte Hauptstadt im ehemaligen Jugoslawien ohne Pride.

  3. Seit dem 1. September übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der HIV-Prophylaxe PrEP samt Begleituntersuchungen für Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko. Björn Beck vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe nennt das einen Meilenstein; bemängelt wird der Mangel an HIV-Schwerpunktpraxen.

  4. US-Vizepräsident Mike Pence besuchte Anfang September Island, das sich vor allem rund um das Treffpunktgebäude mit Regenbogenflaggen schmückte; zudem gab es Proteste unter dem Motto „Party against Pence“. Island gilt als sehr LGBT-freundlich, die gleichgeschlechtliche Ehe gibt es seit neun Jahren.

  5. Ein 27-jähriger NFL-Spieler hat sich in einem von ESPN veröffentlichten offenen Brief als bisexuell geoutet. Er ist damit aktuell der einzige queere Profisportler in den großen US-Ligen und will als erster geouteter Spieler den Super Bowl gewinnen.

  6. Einer Studie eines internationalen Forscherteams zufolge gibt es kein einzelnes „Homo-Gen“. Wahrscheinlich haben hunderte oder tausende genetische Varianten jeweils einen geringen Anteil, die zusammen nur einen Teil dessen ausmachen, was sexuelles Verhalten prägt.

  7. Ende August hat in Hannover das erste queere Jugendzentrum „Queer Unity“ eröffnet. Träger ist ein seit Jahren in der queeren Jugendarbeit engagierter Verein; der Bedarf an Schutzräumen wird mit Diskriminierung queerer Jugendlicher begründet.

  8. LGBT-Videokünstler:innen haben in San José Klage gegen YouTube und Google eingereicht: Die Plattform sortiere ihre Inhalte ungerechtfertigt aus, wende Regeln ungleich an und filtere nach Wörtern wie schwul, lesbisch oder bisexuell, wodurch ihnen Einnahmen entgingen. Quelle ist laut Bericht die Washington Post.

märz 19

8 meldungen ganze folge
  1. Der Sat.1-Frühstücksfernsehen-Gastgeber Jochen Schropp, der sich im Juni zuvor als schwul geoutet hatte, erzählt von seinem festen Freund. Ein gescheitertes Blind Date wurde fünf Jahre später nach einem zufälligen Wiedersehen in Südafrika zur Beziehung; der Partner ist nicht in der Showbranche.

  2. Der 22-jährige US-Schwimmer Jacob Upton aus Minnesota hat sich vier Jahre nach dem Coming-out seines ebenfalls schwulen Zwillingsbruders geoutet, indem er nach einem Turnier seinem festen Freund in die Arme fiel. Die Eltern akzeptieren es; er sieht sich als Vorbild im Sport.

  3. Die US-Fußballerinnen Ashlyn Harris und Ali Krieger vom Team Orlando Pride haben sich verlobt – seit September des Vorjahres, bei einem Picknick. Sie sind seit zehn Jahren zusammen; die Verlobung war die erste öffentliche Bekanntmachung der Beziehung.

  4. Vor 25 Jahren wurde der sogenannte Schwulenparagraph 175 abgeschafft. Er hatte ab 1872 Sex zwischen Männern unter Strafe gestellt, mit rund 140.000 Verurteilungen, und wurde erst 1994 vollständig entfernt.

  5. CDU-Politikerin Annette Kramp-Karrenbauer hat sich an Karneval beim Stockacher Narrengericht (SWR) über Unisex-Toiletten und deren Nutzer lustig gemacht. Der Grünen-Politiker Sven Lehmann schrieb ihr daraufhin einen offenen Brief.

  6. Zum zweiten Mal ist ein möglicher Fall von HIV-Heilung bekannt: Nach dem 2007 behandelten Berliner Patienten ist ein Patient in Großbritannien nach einer Stammzellspende wegen Krebs seit 34 Monaten HIV-frei. Ärzte warnen vor dem Begriff Heilung, da HIV einmal nach 27 Monaten zurückkehrte.

  7. Der Spartacus Gay Travel Index 2019 bewertet die Sicherheit für Homosexuelle: Vorn liegen Kanada, Portugal und Schweden, hinten unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate und Somalia. Aufsteiger sind Österreich und Indien, Absteiger Deutschland, Brasilien und die USA wegen LSBTQ-feindlicher Gewalt.

  8. Gesundheitsminister Jens Spahn will einen Gesetzentwurf gegen sogenannte Homoheilung (Konversionstherapie) durchbringen, da diese in Deutschland noch legal ist.

februar 19

7 meldungen ganze folge
  1. Der offen schwule Bilal Hassani (19) hat den französischen ESC-Vorentscheid per Televoting gewonnen. Es folgten rassistische und homophobe Hasskommentare und Drohungen; LGBTQ-Organisationen sammelten über 1.500 Tweets und leiteten rechtliche Schritte ein. Senator Henri Leroy forderte seinen Ausschluss.

  2. Bei „Let's Dance“ tritt erstmals ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar an: Die lesbische Schlagersängerin Kerstin Ott machte es zur Bedingung, mit einer Frau zu tanzen. In Österreich gibt es in der Tanzshow wieder ein gleichgeschlechtliches Paar; Start ist jeweils am 15. März auf RTL und ORF.

  3. Am Göttinger Hainberg-Gymnasium hat die AG „HG Queer“ die Wahl einer Vertrauenslehrerin für LSBTIQ-Angelegenheiten erreicht. Gewählt wurde Sandra Wolf; sie soll Schüler in Einzelgesprächen beraten und an Hilfsprojekte vermitteln. Einer Studie zufolge sind etwa 24 Prozent der Schüler nicht cis-heterosexuell.

  4. Am 7. Februar fand in Magdeburg die Fachtagung „Divers – Chancen und Herausforderungen für die Jugendhilfe“ statt. Themen waren der dritte Geschlechtseintrag „divers“ für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Geschlechtervielfalt und die Inklusion von trans und inter Menschen, mit Vorträgen und Workshops.

  5. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die 2015 die gleichgeschlechtliche Ehe mit Inzest und Vielehe verglichen hatte, sagte Ende Januar bei „Menschen bei Maischberger“, dies sei weiterhin ihre persönliche Meinung; zugleich sei sie gegen jede Diskriminierung. Ihre Kinder hielten die Haltung für „dämlich und dumm“.

  6. In Indien läuft mit „How I Felt When I Saw That Girl“ die erste Bollywood-Produktion über Homosexualität in Mainstream-Kinos, unter anderem mit Sonam und Anil Kapoor. Eine Frau weigert sich darin, den ausgesuchten Mann zu heiraten, weil sie eine Frau liebt. Bis September des Vorjahres war Homosexualität illegal.

  7. Der US-Sender Showtime produziert eine weitere Staffel der lesbischen Kultserie „The L Word“, deren letzte Folge zehn Jahre zurückliegt. Die Hauptdarstellerinnen der ersten sechs Staffeln kehren zurück und sind mit Serienerfinderin Ilene Chaiken ausführende Produzentinnen. Ob sie in Deutschland läuft, ist offen.

januar 19

7 meldungen ganze folge
  1. Laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts unter 1.700 queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 14 bis 27 Jahren werden fast 90 Prozent online diskriminiert. Das Internet ist für sie zentral zur Vernetzung, zugleich aber ein Ort der Diskriminierung, auch im Zeitalter der Ehe für alle.

  2. Das Queere Netzwerk Sachsen befragt mit der Hochschule Mittweida (Fakultät Soziale Arbeit) lesbische, schwule, transsexuelle und intergeschlechtliche Menschen nach Gewalterfahrungen. Die unabhängige Umfrage läuft bis 15. Februar; Fragebögen liegen in Sachsen aus, die Teilnahme ist auch online möglich.

  3. Jair Bolsonaro hat am 1. Januar sein Amt als Präsident Brasiliens angetreten. Seit seiner Wahl haben viele gleichgeschlechtliche Paare aus Angst vor einem Verbot der Ehe geheiratet; im November stieg ihre Zahl um 66 Prozent. Bolsonaro soll gesagt haben, ihm sei ein toter Sohn lieber als ein homosexueller.

  4. Laut Evening Standard (London) schneidet Emirates im Bordprogramm Szenen gleichgeschlechtlicher Paare heraus, etwa in „Lady Bird“ und der BBC-Produktion „Killing Eve“, obwohl die Airline 2017 erklärt hatte, niemanden wegen sexueller Orientierung zu diskriminieren.

  5. Laut Wilmington Star News will Netflix die Serie „OBX“ (Outer Banks) von Jonas Pate nicht in North Carolina drehen, weil der Bundesstaat Gesetze hat, die Diskriminierung von LGBT-Menschen erlauben. Wird das Gesetz nicht abgeschafft, soll in Charleston im Nachbarstaat gedreht werden.

  6. Der US-Kabelsender Bravo plant eine Neuauflage der schwulen Kultserie „Queer as Folk“ auf Grundlage des britischen Originals von Channel 4, das in Deutschland auf ProSieben lief, mit neuen Figuren und neuem Setting.

  7. Der Queen-Film „Bohemian Rhapsody“ hat bei den Golden Globes in zwei wichtigen Kategorien gewonnen. Freddie Mercury starb 1991 an AIDS; Berichte über seine HIV-Erkrankung gab es seit 1984.

dezember 18

7 meldungen ganze folge
  1. Die AfD-Politikerinnen Nicole Höchst (Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld) und Mariana Harder-Kühnel (Bundestagspräsidium) sind erneut mit ihren Kandidaturen gescheitert. Beide waren durch homophobe Äußerungen aufgefallen und wurden wiederholt nicht gewählt.

  2. Die Profigolferin Melissa Reid, sechsfache Siegerin auf der Ladies European Tour, hat sich als lesbisch geoutet. Sie hatte Angst, Sponsoren zu verlieren, wurde von ihren Eltern unterstützt und will sich künftig für Gleichberechtigung einsetzen.

  3. Zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember: Die Ziele für 2030 und das Zwischenziel für 2020 werden in Deutschland voraussichtlich knapp verfehlt; die Neuinfektionen sind 2017 leicht gesunken. Als wirksame Maßnahme gilt die PrEP, die laut Jens Spahn künftig Kassenleistung werden soll.

  4. Eine italienische Studie, die 35 Studien aus zehn Ländern mit 2,5 Millionen Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren auswertete, zeigt: Das Suizidrisiko von LSBTI-Jugendlichen ist 3,5-mal so hoch, bei trans Jugendlichen 5,77-mal. Als Ursachen werden Mobbing, Isolation und Stigmatisierung genannt.

  5. Dem LGBTIQ-Filmfest Homochrom in Nordrhein-Westfalen, laut Bericht das zweitgrößte queere Filmfest Deutschlands, droht das Aus, weil das Land seine Förderung seit der Regierungsübernahme durch CDU und FDP eingestellt hat. Auch die Filmreihe endet wahrscheinlich; letzte Vorführungen sind im Januar geplant.

  6. Der US-Komiker Kevin Hart verzichtet auf die Oscar-Verleihung als Gastgeber, nachdem frühere homophobe Tweets, unter anderem von 2010, kritisiert worden waren. Er entschuldigte sich bei der LGBTIQ-Community.

  7. In Berlin gibt es Streit um eine Gedenkkugel für lesbische NS-Opfer. Der LSVD Berlin-Brandenburg lehnte die Forderung lesbischer Aktivistinnen ab, die Verfolgung wegen ihrer Sexualität ausdrücklich zu nennen; in einer geleakten E-Mail nannte ein Vorstandsmitglied sie „Krawalllesben“, was im Netz Empörung auslöste.

november 18

6 meldungen ganze folge
  1. Jared Polis hat sich bei der Wahl in Colorado mit 51 Prozent gegen seinen republikanischen Rivalen durchgesetzt und wird erster offen schwuler Gouverneur der USA. Kate Brown aus Oregon, bisher einzige LGBT-Gouverneurin, wurde wiedergewählt; die trans Kandidatin Christine Hallquist verlor.

  2. Kim Davis, Stadtschreiberin (County Clerk) in einem Bezirk in Kentucky, die sich geweigert hatte, gleichgeschlechtlichen Paaren Eheurkunden auszustellen, hat bei der Wahl ihr Amt verloren. Sie kämpft zudem international gegen Homorechte und warb etwa in Rumänien für ein Verbot der Homo-Ehe.

  3. In Russland ist ein Kinderbuch mit 100 Geschichten von Frauen nur mit 99 erschienen: Die Geschichte eines elfjährigen trans Mädchens aus den USA, das 2013 ein Verfahren um die Mädchentoilette seiner Schule gewann, fehlt. Der Verlag verweist auf das Verbot von „Propaganda für nichttraditionelle sexuelle Beziehungen“.

  4. Jake Borelli, der in „Grey's Anatomy“ die Figur Levi Schmitt spielt, hat sich nach der ersten homosexuellen Storyline seiner Figur mit 27 Jahren auf Instagram als schwul geoutet.

  5. Der DFB will verstärkt gegen Homophobie vorgehen, unterstützt von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Vertreter der 21 Landesverbände trafen sich in Frankfurt am Main; Thomas Hitzlsperger schaltete ein Webseminar für Mitgliedsvereine frei. In den Profiligen gibt es keinen offen schwulen Spieler.

  6. An einer High School in Santa Ana (Kalifornien) outete sich ein Schüler, indem er aus einer Holzkiste mit der Aufschrift „Out of the closet“ trat, und fragte den Football-Kapitän per Plakat zum Homecoming: „You know I'm gay, but can I take you straight to Homecoming?“ Der Kapitän sagte zu.

juli 18

4 meldungen ganze folge
  1. Der Film „Love, Simon“ läuft in den Kinos und ist der erste Highschool-Film eines großen Studios, der von einem schwulen Teenager erzählt. Simon steht per Messageboard der Schule in Kontakt mit „Blue“.

  2. Die Polizei in Istanbul hat zum vierten Mal das Verbot der Pride-Demo durchgesetzt und Hunderte Aktivistinnen und Aktivisten durch die Straßen getrieben. Der 16. „Marsch des Stolzes“ wurde teils mit Gewalt und Festnahmen unterdrückt; die Teilnehmenden riefen: „Wir fürchten uns nicht.“

  3. Ein Mittelfeldspieler von Minnesota United hat zum Pride-Monat auf Twitter sein Coming-out angekündigt und erklärt, er sei ein offener, aktiver schwuler Spieler. Die Erlöse des Pride-Nacht-Spiels gegen „FC Texas“ sollen an queere Organisationen gehen.

  4. Seit dem 19. Juli zeigt das RBB Fernsehen donnerstags kurz vor Mitternacht die Filmreihe „RBB Queer“: Bis zum 13. September laufen neun queere Filme, sieben davon als TV-Erstausstrahlung. Programmdirektor Dr. Jan Schulte-Kellinghaus sagte, queere Themen gehörten im Programm zum Alltag.

juni 18

7 meldungen ganze folge
  1. Der Oberste Gerichtshof der USA hat im Fall des Konditors aus Colorado, der 2012 einem schwulen Paar die Hochzeitstorte verweigerte, zu dessen Gunsten entschieden: Seine Religionsfreiheit sei missachtet worden. Die Abwägung zwischen Religionsfreiheit und Nichtdiskriminierung bleibt künftigen Fällen überlassen.

  2. Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Thüringen haben eine Initiative in den Bundesrat eingebracht, um ein Diskriminierungsverbot wegen sexueller und geschlechtlicher Identität im Grundgesetz zu verankern.

  3. Beim ESC in Lissabon gewann Netta mit 529 Punkten, Michael Schulte wurde Vierter; 2019 findet der ESC in Israel statt. Ein chinesischer Sender schnitt in den Halbfinals die Beiträge Albaniens und Irlands heraus, unter anderem wegen zweier Tänzer als Paar, und verlor die Übertragung des Finales.

  4. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen auch an die Verfolgung in Bundesrepublik und DDR erinnert und um Vergebung für das Leid, das Unrecht und das lange Schweigen gebeten.

  5. Die LGBTI-Intergruppe des Europäischen Parlaments schickt anlässlich der Fußball-WM in Russland Regenbogen-Schnürsenkel an die Teams, unterstützt von Sozialdemokraten, Liberalen, Linken und Grünen, als Zeichen für Akzeptanz und Toleranz.

  6. Der LSVD hat am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, in Stendal zum ersten Rainbow Flash eingeladen. Rund 20 Menschen kamen, für das erste Mal laut LSVD-Vorstand nicht schlecht; ob es eine Wiederholung gibt, ist offen.

  7. Der irische Fußballverband hat ein Trikot mit Regenbogen-Rückennummer zum Spiel gegen die USA am 2. Juni gezeigt („Irland unterstützt LGBTI-Rechte“). Es war das Trikot von John O'Shea, der bei seinem letzten Länderspiel verabschiedet wurde; es gab viele Reaktionen, auch homofeindliche.

februar 18

5 meldungen ganze folge
  1. 2017 gab es in Deutschland mindestens 300 homo- und transphobe Straftaten; die Dunkelziffer liegt deutlich höher, weil Taten schwer erkannt werden und Opfer Angst vor einer Anzeige haben. Die Zahlen sind seit Jahren gleichbleibend hoch. Die Polizei hat Ansprechpersonen für gleichgeschlechtliche Lebensweisen.

  2. Die FDP hat mit Jens Brandenburg einen queerpolitischen Sprecher. Er nennt die bisherige große Koalition für LSBTI ambitionslos und will sich für Familienrecht, die Ergänzung von Artikel 3 Grundgesetz um sexuelle Identität und eine tragbare Entschädigung der Opfer des Paragrafen 175 einsetzen.

  3. Der US-Ski-Freestyler Gus Kenworthy hat sich den Daumen gebrochen, kann aber antreten; dem aus seiner Sicht homophoben US-Vizepräsidenten muss er nicht die Hand schütteln. Kenworthy und sein Sportkollege Rippon erklärten: „Wir sind hier, wir sind schwul, kommt damit klar.“

  4. Der DJ Felix Jaehn hat sich als bisexuell geoutet. Er habe oft nachts wachgelegen, weil mit der Liebe ein wichtiger Teil seines Lebens ausgeblendet war, und verarbeite seine Gefühle auf seinem neuen Album, unter anderem im Song „Don't Say Love“.

  5. Der Vanguard Award geht dieses Jahr an die 36-jährige Sängerin Britney Spears, die sich für Anti-Mobbing-Kampagnen und Gleichberechtigung im Eherecht eingesetzt hat. Die Verleihung findet am 12. April bei einer Gala in Los Angeles statt.

silvester 17

11 meldungen, rückblick ganze folge
  1. Das Verfassungsgericht in Taiwan hat entschieden, dass die Ehe geöffnet werden muss; dafür bleiben zwei Jahre Zeit. Taiwan wäre damit der erste Staat in Asien mit Eheöffnung.

  2. 2017 gilt als das Jahr der Eheöffnungen; in Deutschland ist die Ehe für alle gekommen.

  3. In Australien ist eine Volksabstimmung durchgegangen, nach der die Ehe für alle kommen soll.

  4. In Österreich ist die Regierung aufgefordert, die Ehe zu öffnen.

  5. Malta gehört zu den Ländern, die 2017 die Ehe geöffnet haben.

  6. Der Gouverneur von Istanbul hat die Istanbul Pride abermals verboten, begründet mit Sicherheitsgründen und dem Fastenmonat Ramadan, obwohl die Pride schon öfter in den Ramadan fiel.

  7. In Istanbul wurden nicht nur die Pride, sondern auch andere Veranstaltungen wie ein Filmfest aus angeblichen Sicherheitsgründen verboten.

  8. Vor der Bundestagswahl 2017 hat der LSVD abgefragt, wie sich die Parteien zu LGBTIQ-Themen positionieren. Bei einer Podiumsdiskussion von CSD Magdeburg e.V. und LSVD ging es unter anderem um die Ehe für alle und die Positionen der CDU.

  9. Bei der Dating-App Tinder konnte man bisher nur aus zwei Geschlechtern wählen; ein Update hat das geändert.

  10. Nach Tinder ziehen weitere Plattformen wie Grindr bei der Geschlechterauswahl nach; Vielfalt hält zunehmend Einzug ins Internet und ins öffentliche Leben.

  11. In der Serie Star Trek gibt es nun auch ein schwules Paar auf der Enterprise.

dezember 17

8 meldungen ganze folge
  1. Das Verfassungsgericht in Wien hat entschieden, das Eheverbot für Schwule und Lesben ab 1. Januar 2019 aufzuheben; die eingetragene Partnerschaft als Ausweichmöglichkeit gilt als diskriminierend. Aktivisten sprechen von einem historischen Tag, Initiativen fordern die Ehe für alle sofort.

  2. Der Film „Beloved Sam“ von GOQUEER hat beim Jugendvideopreis am 26. November den zweiten Platz in der Kategorie Newcomer erhalten.

  3. Der australische Senat hat das Gesetz zur Ehe für alle gebilligt, das Repräsentantenhaus debattierte darüber. Dabei nutzte Tim Wilson seine Rede für einen Heiratsantrag an seinen Freund Ryan Patrick Bolger, der mit Ja antwortete.

  4. Nach Tinder bietet auch Grindr mehr Geschlechtsangaben zur Auswahl, darunter cis Frau, cis Mann, Transmann und Transfrau. Die Verantwortlichen wollen damit eine angenehmere Atmosphäre und einen respektvolleren Umgang schaffen.

  5. Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich im Parlament für die massive Diskriminierung von LGBTI durch staatliche Willkürmaßnahmen seit den 1960er Jahren entschuldigt („We are sorry“). Kanada stellt umgerechnet 65 Millionen Euro Entschädigung bereit.

  6. In Taschkent wurden zwei Männer verhaftet, die zusammen gelebt und Sex gehabt haben sollen; laut Menschenrechtsorganisationen wurde unter Folter ermittelt. Nach Artikel 120 des Strafgesetzbuchs drohen bis zu drei Jahre Haft. Usbekistan will das Verbot wegen Tradition nicht abschaffen.

  7. Der russische Zoll hat Kalender der britischen Warwick Rowers abgefangen und zurückgeschickt. Die Ruderer ziehen sich seit 2009 für einen Aktkalender aus; zehn Prozent der Erlöse gehen an die Organisation Sport Allies.

  8. Bundesjustizminister Heiko Maas wird ausgezeichnet, weil er als erster Justizminister klare Worte zur Diskriminierung gefunden habe. Er setzt sich für ein weltoffenes Deutschland, die Rehabilitierung der Opfer von § 175 und den Blick auf die Lage in Russland und anderen Ländern ein.

november 17

6 meldungen ganze folge
  1. In Australien haben 61,6 Prozent bei einer Umfrage für die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gestimmt, die Beteiligung lag bei 79,5 Prozent. Das Ergebnis ist nicht bindend, der Ministerpräsident versprach aber die Umsetzung. Konservative fordern Ausnahmen aus Gewissensgründen.

  2. Eine Umfrage eines Lehrers unter Schülerinnen und Schülern in Nordrhein-Westfalen, unter anderem in Wuppertal, zeigt Vorurteile gegenüber Minderheiten. Besonders christliche und muslimische Schüler hätten Probleme mit Homosexualität und wollten mit Homosexuellen nicht befreundet sein.

  3. In Ankara wurde ein queeres Filmfestival, das am 16. November stattfinden sollte und von der deutschen Botschaft mitorganisiert wurde, aus Sicherheitsbedenken abgesagt. Als Begründung wurden mögliche Feindseligkeit und Terrorgefahr genannt.

  4. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass das Personenstandsgesetz geändert werden muss: Ein freigelassener Geschlechtseintrag reiche nicht, es brauche einen eigenen Eintrag jenseits von männlich und weiblich. Die bisherige Regelung sei diskriminierend (Art. 3 GG).

  5. Die New Yorker U-Bahn spricht Fahrgäste künftig geschlechtsneutral an: Statt „Ladies and Gentlemen“ heißt es in Ansagen „Dear Passenger“.

  6. In der Serie „Star Trek: Discovery“ küsst sich in der aktuellen Folge das schwule Paar Hugh Culber und Paul Stamets. Zudem wird die Vergewaltigung eines Sternenflottenoffiziers durch eine Klingonin angedeutet. Die Serie läuft auf Netflix.

oktober 17

6 meldungen ganze folge
  1. Deutschland hat am 1. Oktober als 22. Land weltweit die Ehe geöffnet; der Bundestag hatte das Gesetz am 30. Juni beschlossen. Eine Aktivistin sprach von einem „historischen Tag“.

  2. Der Sänger Macklemore soll seinen Toleranz-Song „Same Love“ während des Volksentscheids über die Eheöffnung in Australien singen und Stargast beim Rugby-Finale in Sydney sein. Homo-Gegner starteten eine Petition gegen den Auftritt.

  3. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass ein transsexueller Mann, der ein Kind selbst zur Welt gebracht hat, rechtlich dessen Mutter ist. Mutterschaft und Vaterschaft seien nicht beliebig austauschbar.

  4. Laut Robert-Koch-Institut ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen erstmals seit Jahren zurückgegangen: 2016 gab es rund 3.419 positive Ergebnisse, 280 weniger als im Vorjahr.

  5. Die US-Regierung hat sich in ein Gerichtsverfahren über Jobdiskriminierung wegen sexueller Orientierung eingemischt. Nach ihrer Auslegung von Title VII des Bürgerrechtsgesetzes von 1964 dürfen Arbeitgeber private sexuelle Beziehungen von Angestellten berücksichtigen.

  6. Einige Portale rufen homosexuelle Besucher des Oktoberfests dazu auf, besondere Rücksicht zu üben, da nicht jeder Besucher Männerpaare toleriere.

juli 2017

4 meldungen ganze folge
  1. Der Gouverneur von Istanbul hat die Istanbul Pride erneut verboten und Sicherheitsgründe sowie den Fastenmonat Ramadan angeführt, obwohl die Pride schon öfter in den Ramadan fiel. Zudem sei der Taksim-Platz kein erlaubter Veranstaltungsort und ein Genehmigungsantrag liege nicht vor.

  2. Einer kanadischen Studie zufolge empfinden weder tolerante noch homophobe heterosexuelle Menschen eine Art „Gay Panic“. Dieser Begriff diente jahrelang als Entschuldigung für Angriffe auf Homosexuelle.

  3. Ein Gericht hat den Antrag der Grünen abgelehnt, am 30. Juni erneut über die Ehe für alle im Bundestag abzustimmen. Die Grünen machen sie zur Koalitionsbedingung; Angela Merkel zeigte sich bereit, ihre Blockade aufzugeben. Der Bundestag beschloss sie später mit deutlicher Mehrheit.

  4. Die Dating-App Tinder bietet nach einem Update nicht mehr nur zwei Geschlechter zur Auswahl, sondern weitere Angaben; das Geschlecht lässt sich auch verbergen. In den USA, Kanada und Großbritannien stand die Funktion bereits seit November 2016 zur Verfügung.

juni 2017

4 meldungen ganze folge
  1. Taiwans Verfassungsgericht hat die Regierung nach der Klage eines queeren Paares angewiesen, innerhalb von zwei Jahren Gesetze zu erlassen oder zu ändern, damit gleichgeschlechtliche Paare heiraten können. Bisher ist nur eine Eintragung ohne rechtliche Konsequenzen möglich.

  2. Der Ehemann des luxemburgischen Premierministers Xavier Bettel war beim G7-Gipfel auf Sizilien dabei und sorgte auf dem Gruppenfoto der Partnerinnen („First Ladies“) für Aufsehen.

  3. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat in einem Interview mit queer.de erklärt, die SPD werde in dieser Legislaturperiode keine Initiative zur Öffnung der Ehe ergreifen. Kritiker sehen darin die Scheu vor einem Konflikt mit CDU und Angela Merkel.

  4. Der ehemalige Fußballer Hitzlsperger ist Botschafter des DFB für Vielfalt geworden. Er gilt als erster Fußballer, der sich öffentlich geoutet hat, und setzt sich gegen Homophobie im Fußball ein.

die zusammenfassungen stammen aus den gesendeten beiträgen, stand 19. Oktober 2026. etwas falsch? sag uns bescheid.